Urologen erhöhen Attraktivität der Facharztausbildung

Die Situation im deutschen Gesundheitswesen bringt es mit sich: Medizinischer Nachwuchs gerät zur Mangelware – auch im Fach Urologie. Die Abwanderung junger Ärzte in andere Länder oder in konkurierende Fachgebiete verlangt nach einer Bereitstellung zielgerichteter fachspezifischer Instrumente zur Ausbildungsförderung urologischer Fachärzte. Jetzt ist ein solches Instrumentarium präsent – in gedruckter und elektronischer Fassung.

Logbuch für eine strukturierte Ausbildung

Das Logbuch der urologischen Fachgesellschaften beschreibt ein national einheitliches Muster-Weiterbildungscurriculum, unterteilt die Weiterbildungsinhalte in halbjährliche Abschnitte und ordnet die Koordination der Weiterbildung dem strukturierten Gespräch zwischen Weiterbilder und Arzt, der seine Facharztausbildung zum Urologen durchläuft, ein zeitlich und strukturell klarer Rahmen vorgegeben, der operative und klinische Ausbildungsinhalte aufeinander aufbauend verknüpft und unsystematische Ausbildungswege verhindert.

Die elektronische Erweiterung des Logbuchs urologische Weiterbildung© erlaubt eine zeitgemäße computergestützte Dokumentation nahezu sämtlicher ärztlicher Arbeitsinhalte und steht damit für Kompetenz und Fortschritt in der Urologie.

Erhalt und Förderung der fachlichen Kompetenz in der deutschen Urologie beginnt mit der Gewinnung der Medizinstudenten für das Fach und einer gezielten Förderung der frisch approbierten Ärztinnen und Ärzte. Die Probleme in der Organisation der Ausbildung an Deutschen Weiterbildungsstätten sind auch Urologen bekannt. Ein Kernproblem ist eine zunehmende Bürokratisierung des Arztalltags, die zu einer ständigen Arbeitsverdichtung führt und den Spielraum für die so wichtige Weiterbildung der jungen Ärzte immer mehr einzuengen droht. Solche Entwicklungen bedingen neben „innerer Kündigung“ häufige Arbeitsplatzwechsel oder gar die Abwanderung ins Ausland. Die beliebtesten Emigrationsländer für Ärzte (Schweiz, Österreich, USA, Großbritannien) verfügen interessanterweise auch über moderne Instrumente zur besseren Operationalisiertung ärztlicher Weiterbildung.

Die Schweiz führt seit Jahren eine Evaluation beziehungsweise ein Benchmarking der Weiterbildungsstätten durch, und in Großbritannien wurde kürzlich ein elektronisches Logbuch zur Dokumentation und Zielorientierung der Weiterbildung eingeführt. Der globale Arbeitsmarkt für Ärzte erfordert also auch von den Urologen zielgerichtete, fachspezifisch Maßnahmen zur Weiterbildungsoptimierung, die mit dem neuen Logbuch als zentralem strukturellem Baustein der Weiterbildung umgesetzt worden sind.

Unser Ergebnis ist ein, aus einer Kooperation von Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. , des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V., der German Society of Residents in Urology (GeSRU) und dem Arbeitskreis „Leitende Krankenhausärzte“ entwickeltes Fahrtenbuch für den typischen Weiterbildungsgang: das Logbuch urologische Weiterbildung©. Auf dem DGU-Kongress2007 angekündigt, wurde es erstmals 2008 auf dem Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie e.V. als Ringbuchordner präsentiert. Das im April 2007 entwickelte Computerprogramm WDoku© (Programm zur ärztlichen Weiterbildungsdokumentation www.wdoku.de) ist ein anwendergetestetes, ausgereiftes Instrument zur Dokumentation nahezu sämtlicher ärztlicher Arbeitsinhalte. Eine Kopie des Programms steht für urologische Weiterbildungsassistenten zunächst bis 31. Dezember diesen Jahres als so genannte Freeware zur Verfügung.

Pressemitteilung vom DGU-Kongress, Detlef Höwing


Krebszeitung

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