Qualifizierte Ärzte und hochwertige Ultraschallgeräte für die Brustkrebsdiagnostik – woran erkennen Patientinnen die geeignete Praxis?

Das Mammakarzinom ist mit Abstand das häufigste Karzinom der Frau. Zur Erkennung und Behandlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der Mammografie ist die Mammasonografie die Technik mit der besten Entdeckungsrate. Im Vergleich zur Röntgenmammografie hat die Mammasonografie nicht das Risiko einer Strahlenbelastung.

In Deutschland wird als technische Voraussetzung für eine Mammasonografie ein linearer Ultraschallkopf mit einer Sendefrequenz von 7 MHz und mehr zur sonografischen Untersuchung der Brust gefordert. Eine spezielle Ausbildung für diese Fertigkeit, im Rahmen der meist fünfjährigen Ausbildungszeit zum Facharzt für Frauenheilkunde oder Radiologie, ist nicht immer gegeben. Die Anzahl der nachzuweisenden sonografischen Untersuchungen ist festgelegt. Es wird gefordert, dass sonografisch tätige Ärzte, die diese Untersuchungen durchführen wollen, spezielle Kurse besuchen.

Dort werden den Ärzten Kenntnisse und Wissen zur Mammasonografie vermittelt. Die sonografische Routine muss aber in den Kliniken bei der täglichen Arbeit erlangt werden. Dieses scheitert nicht selten daran, dass nicht alle Ausbildungsstellen eine solche Möglichkeit bieten. Brustzentren, radiologische und gynäkologische Abteilungen mit der Möglichkeit zur Mammasonografie verwenden seit vielen Jahren Ultraschallköpfe mit einer Schallfrequenz von 10 bis 15 MHz (High End Scanner).

Diese ermöglichen zum einen eine verbesserte Darstellung der unterschiedlichen Strukturen im Brustgewebe und zum anderen eine frühere Erfassung auffälliger Strukturen. Befunde im Drüsengewebe können meist schon mit einem Querschnitt von circa fünf Millimetern erfasst werden. Dies bedeutet, dass sie frühzeitig, schon vor dem Zeitpunkt an dem sie tastbar werden, sonografisch nachweisbar sein können.

Diese frühe Darstellbarkeit gelingt kaum mit den von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur Mammasonografie zugelassenen Schallköpfen mit einer Schallfrequenz von 7 MHz und mehr. Es muss daher das Ziel einer effektiven Untersuchung der weiblichen und auch männlichen Brust sein, die Anforderungen an ein Ultraschallgerät und die verwendeten Ultraschallsonden zu gewährleisten.

Auch die Grundlagen zur Erlaubnis eine Mammasonografie auszuführen und kassentechnisch abzurechnen, müssen verbindlich definiert werden. Die aktuellen S3-Leitlinien zur Untersuchung der weiblichen Brustdrüse beinhalten die Anforderung, dass eine dichte Brustdrüse mit einem ACR 3 oder ACR 4 (American Colleque of Radiology) einer sonografischen Kontrolle bedürfen. Diese Vorgabe wird nur begrenzt umgesetzt, da die Bezahlung der Untersuchung nicht geregelt ist.

Frauen, die zusätzlich zu den staatlichen Möglichkeiten der Mammografie eine sonografische Untersuchung der Brust wünschen, sollten bei einer Selbstzahlerleistung (IGEL) bei dem Untersucher erfragen, ob er in dieser Ultraschalltechnik ausgebildet ist, Kurse absolviert hat oder dafür eine Zertifizierung besitzt. Die sonografische Untersuchungsqualität ist vom Untersucher und dem verwendeten Schallkopf abhängig. Der verwendete Ultraschallscanner sollte eine Schallleistung von zehn MHz und mehr besitzen. Ärzte, die ein Qualitätssiegel zur Mammasonografie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) besitzen, unterliegen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle. Eine Übersicht dieser Fachkollegen ist auf der Homepage der DEGUM hinterlegt.

Professor Dr. med. Dr. h.c. Friedrich Degenhardt, Leiter des Arbeitskreises Mammasonografie der DEGUM, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Franziskus Hospital, Bielefeld und Leiter des Brustzentrums Bielefeld-Herford

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Donnerstag, den 21. März 2013, 11.30 bis 12.30 Uhr
Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 1, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin


Krebszeitung

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