PDD mittels PVP-Hypericin

Ein neues Photodiagnostikum Hypericin, ein polycyclisches aromatisches Dianthrochinon aus Hypericum perforatum (Johanniskraut), gewinnt zunehmend an Bedeutung in der photodynamischen Diagnostik (PDD) des Harnblasenkarzinoms. Durch die Entwicklung eines wasserlöslichen Hypericin-PVP-Komplexes, kann Hypericin leicht verabreicht werden und wässrige biologische Transportsysteme und Kompartimente erreicht werden. zur Bewertung der optischen Fluoreszenzeigenschaften konfluenter Muskelzellen unter Einfluss von PVP-Hypericin wird konfokale Fluoreszenzmikroskopie eingesetzt.

Diagnose bzw. der Ausschluss von Harnblasenkarzinomen mittels PDD

In diesem Kontext konnte festgestellt werden, dass sich Hypericin vor der Konfluenzphase bevorzugt in der Außenmembran der Zellen anreichert. Nach erfolgter Zellkonfluenz erstreckt sich die Lokalisation der Sensibilisatorfluoreszenz in das Zytoplasma hinein. Der Zellkerninnenraum wird nicht erreicht. Damit ist gezeigt, dass Hypericin Kernporenkomplexe meidet und damit nicht in Kontakt mit nukleärer DNA kommt. Während der Zellteilung konzentriert sich Hypericin besonders im Spindelapparat.

In Kooperation mit der Landesklinik für Urologie und Andrologie (Univ. Prof. Dr. Nikolaus Schmeller) wurden Präparationen des Hypericin-PVP-Komplexes der Abteilung zur Verfügung gestellt. Nach Instillation der Lösungen (8 mikromolare Hypericinlösung in NaCl phys.) in die Blase vor transurethraler Resektion, und einer Inkubationszeit von zumindest einer Stunde, wurden Zellen des Urothels entnommen und unter dem Fluoreszenz Mikroskop untersucht. Die Sensitivität und die Spezifität des neuen diagnostische Verfahrens sind vielversprechend, die Arbeiten sind jedoch noch nicht abgeschlossen, um genauere Zahlen angeben zu können.

Hypericin ist ein bekannter pflanzlicher Wirkstoff. Die von Planta entwickelte Komplexverbindung PVP(Polyvinylpyrrolidon)-Hypericin ist eine neuartige fluoreszierende Substanz mit wesentlichen Vorteilen für die lokale Anwendung.

Während einer Filmsitzung des DGU- Kongresses im September 2007 wurden die ersten Ergebnisse einer Phase II Studie mit diesem neuen Wirkstoff vorgestellt:

Sanochemia wird in einem ersten Schritt das Wirkstoffpotenzial von PVP-Hypericin für die Diagnose von Harnblasenkarzinomen weiterentwickeln. In der Folge soll auch der Einsatz im Rahmen der fotodynamischen Therapien von Tumoren klinisch geprüft werden.

Für PVP-Hypericin wurde das europäische Patent bereits erteilt, in den USA läuft das Verfahren derzeit. Das Projekt befindet sich in Phase II und wird von Sanochemia zur Zulassungseinreichung in Europa und USA geführt. Darüber hinaus bieten sich zukünftig Chancen für weitere Entwicklungen zur Diagnostik und Therapie anderer Krebserkrankungen. Eine Ausweitung in andere Indikationen, z.B. Basalzellenkarzinom, ist möglich. Die erworbenen Rechte werden zukünftig über umsatzbezogene Lizenzzahlungen abgegolten.

Sanochemia wird im Rahmen dieser Geschäftserweiterung durch die Nutzung firmeneigener Anlagen integrierter Hersteller dieser Produkte. Sanochemia positioniert sich damit in einem weiteren wichtigen Segment des Pharmamarktes.

Die Diagnose bzw. der Ausschluss von Harnblasenkarzinomen und die Nachsorge zur frühzeitigen Entdeckung von Rezidiven stellt eine große Herausforderung dar. Jedes Jahr werden in Europa und Nordamerika zu diesem Zweck insgesamt etwa 4 Millionen Zystoskopien durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchungen soll der neuartige Fluoreszensfarbstoff PVP-Hypericin zum Einsatz kommen.

Pressemitteilung: Detlef Höwing


Krebszeitung

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