Neue Chemotherapien
War früher das Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium ein Tumor, der schlecht auf eine Chemotherapie ansprach, so kann heute durch zielgerichtete medikamentöse Therapien ein verlängertes Überleben unter Erhalt der Lebensqualität erreicht werden. Dieser Lichtblick für den Patienten gelang durch die Einführung molekularer Medikamente (targeted therapy), die den Nierenkrebs zielgerichtet in seinem Wachstum und der Ausbildung neuer Blutgefäße, die der Tumor zur Nährstoffversorgung benötigt, hemmen.
Eine zunehmende Anzahl dieser neuen Medikamente erlaubt es dem Urologen heutzutage, eine individuelle Therapie für den erkrankten Patienten zusammenzustellen. Diese medikamentöse Vielfalt wird aktuell vergrößert durch neu zugelassene Medikamente, aus der Klasse der "m-TOR" Inhibitoren (Temsirolimus "Torisel", Rapamycin "Novartis"), die das Nierenkrebswachstum an einem Schlüsselprotein der Zellvermehrung hemmen. An eigenen Arbeiten konnte gezeigt werden, dass dieses Protein im Nierenkarzinom verstärkt gebildet wird und eine zentrale Rolle im Tumorwachstum einzunehmen scheint.
Ein weiterer Hoffnungsträger ist die mögliche Kombination neuer Krebsmedikamente. In derzeit laufenden Studien werden praktisch alle Kombinationen beim metastasierten Nierenzellkarzinom getestet, wie z.B. ein Antikörpergegen die Blutgefäßneubildung /Bevacizumab) zusammen mit dem Zellproliferationshemmer "Everolismus".
Im forgeschrittenen Matastasierungsstadium kommt es bei Patienten mit einem Nierenzellkarzinom häufig zu Knochenmetastasen, die oftmals schmerzhaft und mit einem erhöhten Risiko für einen Knochenbruch verbunden sind.
Eine prospektive Studie, die ebenfalls auf dem diesjährigen Urologenkongress diskutiert wird, zeigte durch die regelmäßige Gabe des Medikamentes Zoledronsäure eine Verminderung dieser Komplikationen am Knochen auch beim Nierenzellkarzinom (wurde bislang überwiegend bei Patienten mt Prostatakrebs eingesetzt).
Ein weiterer neuer Therapieansatz ist die Hemmung des RANKL durch den monoklonalen Antikörper Desonumab. RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor IB Ligand), ein TNF-verwandter Botenstoff(Zytokin) fungiert auf der Zelloberfläche als Signalgeber zwischen von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) und Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen) und kann die Progression von Knochenmetastasen mindern und Knochendestruktion blockieren.
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