Leukämie: Mannheimer Forscher wollen Therapierisiken reduzieren

Anfang September starten an der Universitätsmedizin Mannheim Dr. Stefanie Brems und ihr Team ein neues Forschungsprojekt. Ziel der Wissenschaftler, die im Forschungslabor der auf Hämatologie und Onkologie spezialisierten, von Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann geleiteten III. Medizinischen Universitätsklinik arbeiten, ist eine Risikoabschätzung des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit Chronisch Myeloischer Leukämie (CML). Sie soll helfen zu entscheiden, ob und wann ein Patient am meisten von einer Knochenmarktransplantation profitiert. Wegen der hohen Komplikationsrate darf die Knochenmarktransplantation nur dann angewandt werden, wenn andere Behandlungen nicht erfolgversprechend erscheinen.

Studie soll Aufschluss über bessere Vorhersagemöglichkeiten des Krankheitsverlaufs geben

Die José Carreras Leukämie-Stiftung ermöglicht das auf die Dauer von einem Jahr angelegte Forschungsprojekt, indem sie es mit 106.125 Euro fördert.

Die CML ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einem starken Anstieg der Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut kommt.
Die Erkrankung verläuft in drei Phasen. Die erste Phase, die sogenannte chronische Phase, lässt sich therapeutisch gut beeinflussen, so dass sogar manche Patienten ohne Beschwerden ein hohes Alter erreichen können. Nach der chronischen Phase folgt oft eine Übergangsphase, in dessen Verlauf bereits so viele weiße Blutkörperchen produziert werden, dass die normale Blutbildung im Knochenmark verdrängt wird. Im Anschluss an die Übergangsphase, manchmal allerdings auch direkt aus der Anfangsphase heraus, beginnt die Blastenphase, eine akute Phase mit lebensbedrohlichem Charakter, die durch massives Auftreten unreifer Blutzellen im Blut gekennzeichnet ist. Das Knochenmark und somit die Blutbildung sind dann so stark geschädigt, dass kaum mehr funktionstüchtige weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen gebildet werden können. Dieser Zustand führt unbehandelt rasch zum Tod.

Die Behandlung der CML erfolgt heutzutage mit dem Wirkstoff Imatinib.
Allerdings ist durch diese medikamentöse Therapie keine Heilung der Krankheit zu erwarten. Imatinib bewirkt in erster Linie eine Verlängerung der symptomfreien chronischen Phase. Imatinib kann den Patienten ein beschwerdefreies Leben bis ins hohe Alter ermöglichen.
Eine Heilung der CML lässt sich nach heutigem Kenntnisstand nur durch eine Knochenmarktransplantation erreichen. Diese Therapie ist jedoch sehr riskant. Wegen der häufigen Komplikationen ist sie mit einer erhöhten Sterberate verbunden. Daher müssen Arzt und Patient Chancen und Risiken der Knochenmarktransplantation sorgfältig abwägen.

Das Team um Dr. Brems möchte verlässliche Merkmale identifizieren, mit denen sich abschätzen lässt, wie schnell die Erkrankung beim Patienten voranschreitet. „Ein solcher „Risikoscore“ könnte eine wertvolle Hilfe für den Patienten sein, sich zu einem frühen Zeitpunkt für oder gegen eine Transplantation zu entscheiden. Damit könnten Therapierisiken minimiert und Lebensqualität gewonnen werden, “ so Dr. Stefanie Brems.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.umm.de
www.carreras-stiftung.de

Pressemitteilung Universitätsmedizin Mannheim , Klaus Wingen


Krebszeitung

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