Krebskranke Frauen brauchen mehr Unterstützung

Krebs: Basler Forscher ebnen den Weg zur effektiven Kombination aus Immun- und Chemotherapie

Bonn (gb) – Am 8. März 2012 jährt sich der Weltfrauentag zum 101. Mal. An diesem Tag machen Frauen weltweit auf ihre Rechte aufmerksam und weisen auf Missstände hin. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. (FSH) nehmen den Tag zum Anlass, um auf Defizite bei der Betreuung von Frauen, die an Krebs erkrankt sind, aufmerksam zu machen. „Krebs-Patientinnen sind häufig psychischen Belastungen ausgesetzt“, erläutert Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Sie müssen die lebensbedrohliche Diagnose Krebs verarbeiten, den Berufs- und Familienalltag meistern und fühlen sich trotz eigener Erkrankungen für das Wohlergehen ihrer Angehörigen verantwortlich.“

Wer dann Hilfe braucht, hat es schwer: „Wohnortnahe psychoonkologische Angebote sind in Deutschland rar gesät. Ein zeitnaher Behandlungstermin in erreichbarer Nähe ist wie ein Sechser im Lotto“, so Karin Meißler, stellvertretende Bundesvorsitzende der FSH. „Generell müssen Patientinnen nicht nur weite Fahrtwege zur Therapie in Kauf nehmen, sondern – schlimmer noch – viele Monate auf einen Termin warten.“

Zudem kann sich die psychische Belastung negativ auf den Therapieerfolg auswirken. „Wir wissen, dass Patientinnen, die beispielsweise unter einer schweren Depression leiden, häufig ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen oder die Therapie sogar ganz abbrechen. Dadurch verschlechtert sich ihre Prognose erheblich“, erklärt Professor Dr. Joachim Weis, Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

„Es besteht dringend Handlungsbedarf, denn etwa 30 Prozent der Patientinnen entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung behandlungsbedürftige psychische Störungen“, so Nettekoven weiter. „Daher müssen künftig psychosoziale Aspekte Teil der medizinischen Grundausbildung sowie Gegenstand entsprechender Fort- und Weiterbildungen sein. Nur dann ist sichergestellt, dass der behandelnde Arzt erkennt, wann seine Patientin neben der medizinischen auch psychische Hilfe benötigt.“

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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