Krebsgesellschaft zertifiziert erste Lungenkrebszentren

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Berlin. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 33 000 Männer und 13 000 Frauen an Lungenkrebs. Das Bronchialkarzinom ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Damit diese Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten, hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) nun mit der Zertifizierung von Lungenkrebszentren begonnen.

Bis zu 150 zertifizierte Kliniken sollen bestmögliche Versorgung von Lungenkrebspatienten in Deutschland gewährleisten

„Ob Ärzte und Kliniken die hohen Anforderungen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten erfüllen, die für die bestmögliche Behandlung von Lungenkrebs erforderlich sind, konnte von Patienten und niedergelassenen Ärzten bislang kaum beurteilt werden“, weiß Prof. Dieter Ukena vom Klinikum Bremen-Ost, Vorsitzender der Zertifizierungskommission. „Die Lungenkrebszentren werden hingegen nachweislich den Patienten eine optimale, den neuesten wissenschaft-lichen Erkenntnissen folgende Behandlung ihrer Erkrankung garantieren“, fügt Prof. Ukena an. Denn um das Zertifikat als Lungenkrebszentrum zu erhalten, müsse die Einrichtung strenge Vorgaben erfüllen. Dazu gehört etwa eine Mindestanzahl von speziell qualifizierten Fachärzten aus den beteiligten Disziplinen. Zudem müssen pro Jahr wenigstens 200 Patienten mit Lungenkrebs in der Einrichtung behandelt werden. So soll sichergestellt werden, dass umfangreiche Erfahrungen mit der Erkrankung gesammelt und laufend erweitert werden.

Die Behandlung innerhalb der Lungenkrebszentren erfolgt interdisziplinär. Einbezogen werden unter anderen Lungenfachärzte, Thoraxchirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen und Radiologen. Sie nehmen regelmäßig an einer mindestens einmal pro Woche stattfindenden Tumorkonferenz teil. Ziel sei es, jeden Patienten mit Lungenkrebs in der Tumorkonferenz zu besprechen und für ihn einen bestmöglichen Behandlungsplan zu erarbeiten, so Ukena. Zertifiziert wird für drei Jahre. Danach wird das Zentrum erneut von der Zertifizierungskommission überprüft. Im jährlichen Abstand werden wichtige Kenndaten des Zentrums geprüft.

Die zertifizierten Lungenkrebszentren folgen den bereits erfolgreich arbeitenden Organkrebszentren für Brust-, Darm-, Prostata- und Hautkrebs, mit deren Zertifizierung die Deutsche Krebsgesellschaft die Versorgung der Krebspatientinnen und –patienten in Deutschland nachhaltig verbessern will. So gibt es deutschlandweit über 180 Brust-, 74 Darm-, 20 Prostatakrebs- und 10 Gynäkologische Krebszentren, die zum Erhalt ihrer Zertifizierung hohe Qualitätsstandards erfüllen müssen. „Ich erwarte, dass wir 100 bis 150 Lungenkrebszentren zertifizieren werden, um Patienten wohnortnah optimal zu versorgen“, erklärt Prof. Ukena.

Die DKG hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) Kriterien für Lungenkrebszentren festgelegt: Die Behandlung innerhalb der Lungenkrebszentren erfolgt interdisziplinär und auf Grundlage der aktuellen Leitlinien. Durch die Teilnahme an klinischen Studien fließen zudem neueste Erkenntnisse der Forschung in die Therapie der betroffenen Patienten ein. Zusätzlich müssen die Zentren ihre Expertise bei der Therapie dieser gefürchteten Krebserkrankung  u. a. durch das Erfüllen von Mindestanforderungen an die Zahl der Operationen oder Chemo- und Strahlentherapien nachweisen. Um die Patienten in allen Phasen ihrer Erkrankung optimal betreuen zu können, müssen an Lungenkrebszentren neben mindestens zwei erfahrenen Thoraxchirurgen auch Lungenfachärzte, Hämatoonkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Psychoonkologen und Rehabilitationsmediziner sowie Selbsthilfegruppen vertreten sein.

„Mit der Einführung von Lungenkrebszentren wird es erstmals möglich sein, Ergebnisse der Lungenkrebsbehandlung bundesweit durch eine normierte Datenerfassung zu messen und national sowie international zu vergleichen.“, erläutert Prof. Ukena. „Dieser Erkenntnisgewinn gilt als Grundlage für eine stetige Verbesserung der Therapie von Lungenkrebs in Deutschland und sichert dem Patienten eine hohe Behandlungsqualität.

Hintergrund: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 33.000 Männer und 13.200 Frauen an Lungenkrebs. Er ist damit sowohl bei Männern als auch bei Frauen die dritthäufigste Krebsart. Während bei Männern seit den 1990er Jahren ein deutlicher Rückgang der Neuerkrankungen zu verzeichnen ist, steigt bei Frauen sowohl die Lungenkrebshäufigkeit als auch die -sterblichkeit kontinuierlich an. Einen Grund für diesen besorgniserregenden Trend sehen die Experten der Deutschen Krebsgesellschaft in den veränderten Rauchgewohnheiten.

Neben der Zertifizierung von Organkrebszentren hat die Deutsche Krebsgesellschaft mit der Zertifizierung von Onkologischen Zentren begonnen. Hier werden die Strukturen für die Behandlung der verschiedenen Krebserkrankungen vereint. Einen großen Anteil haben dabei die bereits etablierten Organkrebszentren, in denen die Behandlung einzelner Tumorentitäten erfolgt. So gibt es deutschlandweit 180 Brust-, 74 Darm-, 20 Prostatakrebs- und 10 Gynäkologische Krebszentren, die zum Erhalt ihrer Zertifizierung hohe Qualitätsstandards erfüllen müssen.

Durch den Zusammenschluss der Kliniken zu einem Onkologischen Zentrum wird es möglich, die fachliche Expertise der einzelnen Spezialisierungen zu vereinen. Allen Patienten wird somit eine an hohen Qualitätsmaßstäben orientierte und vor allem umfassende Versorgung zuteil. Die übergreifende Organisation der einzelnen Bereiche führt zu organisatorischen und ökonomischen Synergieeffekten bei der Betreuung der Tumorpatienten. Darüber hinaus werden organübergreifend zentrale Aufgabenbereiche wie Tumordokumentation, Krebsregister, psychosoziale Versorgung ebenso gebündelt wie der Einsatz der supportiven Therapie, ein entsprechendes Studienmanagement, qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Damit realisiert die Deutsche Krebsgesellschaft ihr dreistufiges Versorgungsmodell, das allen Krebspatienten die bestmöglichste Behandlung gewährleisten soll.

Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
André Franck

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Pressemitteilung der der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. , André Franck


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