Jetzt handeln – gemeinsam

DKK 2006

DKK 2006Zum 27. Deutschen Krebskongress 2006 vom 22. – 26. März 2006 fand im ICC und der Messe Berlin das größte o­nkologische Forum im deutschsprachigen Raum statt. Es wurden dazu rund 8.000 Teilnehmer aus der Grundlagenforschung, den Klinikbereichen, der o­nkologischen Pflege und der Medizinisch- Technischen Assistenzberufe erwartet. Insgesamt 1.344 Referenten und Vorsitzende diskutierten in den rund 350 Veranstaltungen den neuesten Kenntnisstand bei der Vermeidung, Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen.

27. Deutscher Krebskongress: die Deutsche Krebsgesellschaft stellt einen Forderungskatalog zur optimalen Krebsversorgung vor

Ein großes Thema des Deutschen Krebskongress war auch die Verbesserung der Studienlandschaft und die Schaffung von einem einheitlichen Krebsregister, damit für den behandelnden Arzt, aber auch für den Patienten eine Transparenz der angebotenen Studien entsteht.

Klinische Studien müssen jedoch nicht nur transparent sein, sondern müssen durch Zertifizierung Qualitätsgesichert geplant und durchgeführt werden. Nur so kann man verhindern, dass unnötige und gleiche Studien durchgeführt werden, die nicht nur die Patienten unnötig belasten, sondern auch die finanzielen Mittel aufzehren. Überhaupt muß die Finanzierung von klinischen Studien zukünftig auf eine solide Basis gestellt werden.

Erst kürzlich hat das Robert- Koch- Institut die neuesten Schätzungen zu Krebs- Neuerkrankungen und Stärbefälle für Deutschland publiziert. Demnach erkranken jedes Jahr etwa 425.000 Menschen bei uns neu an Krebs und etwa 210.000 Menschen sterben an dieser heimtückischen Krankheit.

„Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung ist zu vermuten, dass die Zahl der Krebserkrankungen weiter zunehmen wird, sind doch die Betroffenen meist in einem fortgeschrittenen Alter“, berichtete Prof. Dr. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, anlässlich der Auftaktpressekonferenz des 27. Deutschen Krebskongress.

„Schon jetzt gibt es Lücken in einer optimalen Versorgung von Tumorpatienten. Dies wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Deshalb müssen wir jetzt reagieren, die Weichen für die Zukunft stellen und neue, auch finanzierbare Strukturen schaffen, die es erlauben, Krebs überall in Deutschland optimal und effizient zu behandeln. Die Verbesserung und Qualität der Versorgung kann deshalb nur durch zertifizierte Zentren erfolgen, die zukünftig flächendeckend für möglichst alle Krebsarten in Deutschland etabliert werden müssen.“, so Bamberg weiter.

„Der 27. Deutsche Krebskongress hat deshalb viel Raum für die Diskussion zur Verbesserung der Strukturen der Krebsversorgung geschaffen. Denn wir müssen jetzt handeln – und das gemeinsam! Denn die Erkrankung Krebs hat in den letzten 10 Jahren um 20% zugenommen und ist auf dem Weg, bei uns zum Killer Nummer eins zu werden“, erklärte dazu Prof. Werner Hohenberger, Präsident des 27. Deutschen Krebskongress.

„Wir dürfen bei allen neuen Entwicklungen aber den Patienten nicht aus dem Auge verlieren und ihm die Zentralisierung der Tumortherapie nahe bringen. Wir müssen ihm klar machen, dass zertifizierte Zentren nicht nur eine interdisziplinäre, sondern eine transinterdisziplinäre Einrichtung ist, in der nicht nur alle o­nkologisch tätigen integriert sind, sondern darüber hinaus Gesamtheitlich und auch alternativ behandelt wird und er nur in diesen Zentren eine optimale, auf dem neuesten Wissenstand basierende Versorgung erhält.

Aber auch Vorsorgemaßnahmen und die Informationen über Risiken, die zu einer Krebserkrankung führen können, müssen wir der Bevölkerung verstärkt vermitteln. Die Information der Bevölkerung über die Erkrankung Krebs, Ihrer Vorsorge und deren sinnvolle Früherkennungsmaßnahmen, wird zukünftig aber auch eine Aufgabe der Krebs Selbsthilfe sein müssen, die mit in die Tumorzentren integriert werden müssen. Keiner versteht, warum heute immer noch etwa die Hälfte der Menschen trotz intensiver und fortgeschrittener Krebsforschung sterben müssen“, so Prof. Peter M. Schlag, von der Berliner Krebsgesellschaft.

Erst wenn der behandelnde Arzt daran interessiert ist, dass seine Patienten Vorsorgemaßnahmen wahrnimmt, wird die Früherkennung der Krankheit Krebs auch gute Ergebnisse liefern und die Zahl der Neuerkrankungen senken helfen. Hier und in der Behandlung ihrer Tumorpatienten müssen die ambulant tätigen Ärzte in die Arbeit der Tumorzentren mit eingebunden werden, um eine optimale, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie, auch kosteneffizient, zu gewährleisten, so der Tenor der Experten der Deutschen Krebsgesellschaft.

Weitere Informationen über den 27. Deutschen Krebskongress erhalten Sie unter:
www.krebskongress2006.de

Detlef Höwing, 21.3.2006


Krebszeitung

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