Informationen über Lungenkrebs

Anwendungsbeispiel einer Photodynamischen Therapie mittels Ala und Laserlicht beim Lungenkrebs - Grafik: D.Höwing

Vielleicht besuchen Sie diese Seite, weil bei einem Ihrer Angehörigen Lungenkrebs festgestellt wurde. Oder weil Sie sogar selbst von Ihrem Arzt erfahren haben, dass Sie an Lungenkrebs leiden. Wie damit umgehen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Welche neuen Therapieansätze? Wie sind die Chancen? Diese Website möchte Ihnen auf diese Fragen klare Antworten geben. Denn: Je mehr man über Lungenkrebs weiß, desto aktiver kann man die Therapie in Angriff nehmen.

Lungenkrebs zählt zu den weltweit häufigsten Krebserkrankungen. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Lungenkrebserkrankungen kontinuierlich gestiegen. In vielen Fällen wird dies auf das Rauchen zurückgeführt. Tabakrauch enthält über 4.000 Substanzen, von denen 40 erwiesenermaßen krebserzeugend sind. Im Jahr 2000 verstarben allein in den USA schätzungsweise 63.400 Frauen und 98.700 Männer an Lungenkrebs. Doch nicht nur das Rauchen, auch langjährige Kontakte mit Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, aromatischen Kohlenwasserstoffen, radioaktiv strahlenden oder Radon-Gas absondernden Gesteinen können Lungenkrebs verursachen.

Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs, ist eine bösartige Erkrankung der Bronchien und der Lunge
Als Lungenkrebs wird nicht nur das Bronchial-karzinom, sondern auch das Mesotheliom (Krebs des Lungenfells) bezeichnet. Dies ist aber eher selten.

Weltweit ist der Lungenkrebs die häufigst auftretende Krebsart. Der Lungenkrebs ist in Deutschland nach dem Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung beim Mann. Bei Frauen ist er nach dem Brustkrebs ebenfalls die zweithäufigste Krebsart.

Als Risikofaktoren sind vor allem Zigarettenkonsum und berufliche Staubbelastung zu nennen. Der Verzicht des Rauchens und Arbeitsschutz-Maßnahmen bei Staub verringern das Lungenkrebs-Risiko erheblich!

Der Lungenkrebs wird oft eher zufällig beim Lungenröntgen entdeckt und oft schon in einem fortgeschrittenen Stadium, da bei Beginn der Erkrankung oft Krankheits-Symptome wie anhaltender Husten, Atemnot, blutiger Auswurf oder Gewichtsverlust fehlen.Treten diese Symptome auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist aber auch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, um möglichst schnell krankheitsbedingte Veränderungen der Lunge feststellen zu können.Lungenkrebs ist, frühzeitig erkannt, heilbar. Regelmäßige Krebs-Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Alter sind für die Früherkennung deshalb wichtig.Lungenkrebs ist eine sehr schwere Erkrankung. Sie ist in vielen Fällen nicht mehr heilbar, insbesondere dann, wenn sie zu spät erkannt wird.

Man unterscheidet zwischen:

  • Kleinzellige Karzinome, die meist frühzeitig metastasieren und
  • Nicht-kleinzellige Karzinome, die überwiegend lokal wachsen.

Häufigkeit

Ungefähr 17% aller Krebsneukrankungen bei Männern in Deutschland betreffen die Lunge. Dabei erkranken etwa dreimal soviel Männer wie Frauen und zwar oft zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr. Das macht den Lungenkrebs in Deutschland nach dem Prostatakrebs zum zweithäufigsten Tumor beim Mann. In Deutschland rechnet man pro 100.000 Menschen im Mittel mit etwa 50 Neuerkrankungen pro Jahr.

Ursachen

Umwelteinflüsse
Es gibt eine Reihe von Substanzen, welche die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen. Als die größte Gefahr für die Entstehung von Lungenkrebs ist hier das Rauchen zu nennen. Ungefähr 90% aller Lungenkrebs-Patienten sind oder waren Raucher.

Nach einer Studie des Imperial Cancer Research Funds, einer englischen privaten Krebsforschungsorganisation, sind bis zum 75. Lebensjahr rund 16% aller Raucher an Lungenkrebs gestorben. Von den Nichtrauchern dagegen sind es nur 0,4%. Damit ist das Risiko für einen Raucher, an Lungenkrebs zu sterben, 40mal so groß wie bei einem Nichtraucher.

Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, lässt sich dadurch reduzieren, wenn man noch mit 50 Jahren das Rauchen aufgibt.

  • Rauchen zu 90% HauptursachePassivrauchen führt zu einem leicht erhöhten Krebsrisiko.
  • Asbeststaub (z.B. Bremsbeläge, Feuerschutzisolation)
  • Arsenverbindungen
  • Chrom-VI-Verbindungen (z.B.Verunreinigung in Zement, Galvanik)
  • Nickel (z.B. in Modeschmuck)
  • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzol im Kraftstoff)
  • radioaktive Stoffe

Die Einwirkung von diesen krebserregenden Stoffen führt oft erst nach Jahrzehnten zu einer Lungenkrebs-Krebserkrankung.

Andere Risikofaktoren

  • Es besteht ein 2-3fach höheres Risiko für Personen zu erkranken, deren Eltern Lungenkrebs hatten.
  • Lungennarben – Sie entstehen z.B. nach überstandener Tuberkulose oder Operationen.

Was macht Lungenkrebs so gefährlich?
Lungenkrebs ist durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchen nicht frühzeitig – also im Stadium größtmöglicher Heilungschancen – zu erkennen. Lungenkrebs im Anfangsstadium wird deshalb fast immer nur zufällig entdeckt, z. B. bei Röntgenaufnahmen. Wenn man erste Beschwerden spürt, ist der Lungenkrebs meist schon weit vorgeschritten.

Folgende Anzeichen und Beschwerden können – müssen aber nicht zwangsläufig – erste Anzeichen für Lungenkrebs sein:

  • Dauerhusten
  • andauernde Brustschmerzen
  • blutiger Auswurf
  • Atemnot
  • Häufige Lungenentzündungen oder Bronchitis
  • Schwellungen an Gesicht oder Hals
  • Appetitverlust und Müdigkeit

Wie gesagt, diese Beschwerden können auch völlig andere Ursachen haben. In jedem Fall sollten Sie bei Auftreten einer dieser Beschwerden die Ursache umgehend mit Ihrem Arzt klären. Denn: Je früher der Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden.

Diagnose

Die Diagnose im Frühstadium ist wegen des Mangels an Krankheitssymptomen eher zufällig. Eine Verdachtsdiagnose wird anhand von Röntgenaufnahmen oder Computertomographie (CT) der Lunge beim Vorliegen von entsprechenden Symptomen beim Patienten gestellt. Der Verdacht wird dadurch bestärkt, wenn der Patient ein starker und langjähriger Raucher ist oder war. Folgende Untersuchungsverfahren werden für eine Diagnose und für die darauf folgende Behandlung durchgeführt:

  • Computertomographie der Brust. Sie ist für die Lokalisation des Tumors, für die Abschätzung der Tumorausbreitung (T) und des Befalls der Lymphknoten (N), (das Staging) notwendig.
  • Computertomographie des Kopfes ist die Schnittbilduntersuchung des Kopfes. Bei neurologischen Beschwerden wie Kopfschmerz, Übelkeit, Ohnmacht, Gleichgewichtsstörungen, Vergesslichkeit, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen können eventuell vorhandene Tochter-Geschwülste (Metastasen) im Gehirn festgestellt werden.
  • Sonographie des Bauchraums ist die Ultraschalluntersuchung des Bauches, bei der Tochter-Geschwülste (Metastasen) z.B. in der Leber entdeckt werden.
  • Knochen-Szintigraphie ist die nuklear-medizinische Untersuchung mit radioaktiven Substanzen der Knochen. Mit ihr werden mögliche Knochenmetastasen entdeckt.

Wird der Verdacht durch all diese Untersuchungen auf ein Vorliegen eines Lungenkarzinoms erhärtet, wird eine Bronchoskopie (endoskopische Untersuchung der Bronchien, „Lungenspiegelung“) durchgeführt. Im Rahmen einer Bronchoskopie werden Gewebeproben (Biopsien) und Zellmaterial zur fein-geweblichen Untersuchung entnommen. Führen diese Untersuchungen zu keinem befriedigenden Ergebnis, wird eine kleine Operation zur Gewinnung von Gewebeproben durchgeführt.

Histologisch und prognostisch kann man den Lungenkrebs in zwei Gruppen unterteilen:

  1. Kleinzellige Bronchialkarzinome machen 25-30% aller Karzinome aus und haben wegen ihres schnellen Wachstums und der zeitigen Bildung von Tochter-Geschwülsten eine eher schlechte Heilungschance. Bei 80% der Betroffenen können schon bei der ersten Diagnose Tochter-Geschwülste nachgewiesen werden. Oft findet man sie im Gehirn, wo sie die verschiedensten neurologische Störungen hervorrufen können. Einige dieser Metastasen können Hormone ins Blut ausschütten und dadurch den natürlichen Hormonhaushalt beeinträchtigen.
  2. Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome werden weiter unterteilt in:
  • Plattenepithelkarzinome die 40-50% aller Lungenkrebsarten ausmachen
  • Adenokarzinome sind 10-15% aller Lungenkrebsarten. Sie sind die häufigste Lungenkrebsart bei Nichtrauchern.

Großzellige Bronchialkarzinome sind oft selten und machen nur 5-10% aller Lungenkrebsarten aus.

Mikroskopisch-histologisch und pathologisch beurteilt werden diese Tumoren mit G1 gut, G2 mäßig, G3 schlecht differenziert und G4 undifferenziert. Die gut differenzierten Tumorzellen G1 haben eine weniger schlechte Prognose. Die schlechtesten Prognosen haben die undifferenzierten G4 Lungenkrebse. Die kleinen Tumore (T1 und T2) ohne Lymphknotenbefall (N0) und ohne Tochter-Geschwülste (Metastasen) (M0) haben eine günstige Prognose.


Krebszeitung

--Download Informationen über Lungenkrebs als PDF-Datei --