Harninkontinenz – operativ behandelbar

Grafik: Chema der Reemex- Prothesenimplantation

Grafik: Chema der Reemex- ProthesenimplantationHier besteht eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur – der Muskulatur also, die von uns zur bewussten Steuerung des „Wasser lassens“ benutzt wird. Ist diese Muskulatur zu schwach, dann kommt es schon bei geringen Druckveränderungen in unserem Bauchraum – wie etwa beim Lachen, Niesen, Sport treiben, etwas Schweres heben – zum Tröpfeln und Fließen aus der Harnblase. Die Ursache für die Erschlaffung oder verminderte Leistungsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur kann zum einen ein ganz normaler altersbedingter Funktionsverlust sein, oder aber auch Infektionen und bei Frauen sehr häufig die Überdehnung der Muskulatur bei einer Geburt.

Reemex – Prothesenimplantat gegen Harninkontinenz

Was ist eine Stressinkontinenz – Belastungsinkontinenz?

Grafik: Notwendige Instrumentarien

Grafik: Notwendige Instrumentarien

Aber auch nach operativen Eingriffen, wie der Prostataentfernung (Prostatektomie) und Blasenentfernung (Zystektomie) und nach Unfällen, bei denen das Rückenmark und die Nerven der Wirbelsäule dauerhaft geschädigt sind, kann eine Belastungs – Stressinkontinenz entstehen.

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Auch eine ausgeprägte Form von Belastungs- Stressinkontinenz auf Grund einer Muskel- bzw. Gewebeschwäche kann mit manuellen Methoden wie Beckenbodentraining bis hin zum chirurgischen Eingriff wie der TVT, TVTO, der Implacement- Therapie, einem künstlichen Schließmuskel oder mit dem Reemex- Prothesenimplantat, das hier vorgestellt werden soll, gut bis sehr gut behandelt werden. In vielen Fällen ist hier eine komplette Kontinenz möglich.

Reemex-Prothesenimplantation

Die Reemex- Prothesenimplantation ist ein minimalinvasives Verfahren. Es ist möglich, den Eingriff unter Lokalanästhesie vorzunehmen und bei regulärem Verlauf die Patientin oder den Patienten am selben oder dem folgenden Tag aus der Klinik zu entlassen.

Es handelt sich bei “Reemex” um ein in Spanien entwickeltes und dort produziertes (www.neomedic.com) speziell gestaltetes implantierbares steriles System aus einer Kunststoffschlinge (Sling, hier aus Poliporoylen), welches mit beidseitig symmetrisch fixierenden Fäden an einem vor der Rectusfaszie positionierten Schloß, dem Varitensor justierbar fixiert wird. Mit dem Varitensor kann die Spannung der fixierenden Garnfäden auch postoperativ durch extrakorporalen Zugriff mit einem sterilisierten Manipulator korrigierend reguliert werden.

Dieses Verfahren sollte von einschlägig aktiven urogynäkologischen Zentren gepflegt werden. Als Zielgruppe der Indikation kommen dort besonders Patientinnen mit komplizierten (zum Beispiel postoperativen) Anomalien im kleinen Becken, Situationen nach Querschnittslähmungen, mit Rezidiven anderer Inkontinenzbehandlungen und Inkontinenzen infolge erheblicher urethraler Hypermobilitäten und Frauen mit deutlichem genitalen Vorfall und „Risikopatientinnen“, also solche mit zu erwartender verminderter Erfolgswahrscheinlichkeit bei TVT-Operationen in Frage.

Aber auch für Männer, die in Folge einer Prostatektomie oder Zystektomie unter einer Stressinkontinenz tagsüber leiden, kann dieses Verfahren zu einer Wiedererlangung der Kontinenz führen.

Weitere Informationen über die Behandlungsmöglichkeiten bei Harninkontinenz erhalten Sie auch auf unserer Webseite:

http://www.ed-harninkontinenz.de/Information/Stressinkontinenz/Behandlung/behandlung-stress.html#operative%20Behandlung

Detlef Höwing


Krebszeitung

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