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Wald for the Cure - Quelle: Komen e.V.

Wald for the Cure - Quelle: Komen e.V.Frankfurt/Köln – Brustkrebs und dann? Für 23 Damen zwischen 34 und 70 Jahren aus der Kölner Gegend ist das keine Frage. Sie wissen, dass sie ihren Krankheitsverlauf verbessern und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Tumors mit sportlicher Betätigung möglicherweise um 30 Prozent senken können. Dieses Wissen ist beste Motivation, das Leben aktiv in die Hand zu nehmen, und das geht gemeinschaftlich am besten, vor allem auch dauerhafter als allein. Deshalb kam der Aufruf der Kölner Medizinstudentin Verena Geus gerade recht, die Teilnehmerinnen für eine Studie „Walk for the Cure“ suchte. „Dass moderater Ausdauersport das Rückfallrisiko mindern und die Lebensqualität nach Krebs steigern kann, ist heute gut bewiesen“, erklärt sie. „Aber ob sich Konzentration und Aufmerksamkeit auch verbessern lassen, ist noch nicht hinreichend untersucht.“

23 Kölnerinnen bereiten sich auf den Frankfurter Race for the Cure vor

Laufen gegen „Chemobrain“?

Zur Klärung dieser Frage will die 25 Jahre alte Studienkoordinatorin mit ihrer Arbeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln beitragen. Denn es ist bekannt, dass vor allem die Chemotherapie zu einer kognitiven Beeinträchtigung führen kann.“Man spricht von einem ‚Chemobrain‘, also Chemo-Gehirn“, sagt Verena Geus, „aber auch einige der Teilnehmerinnen, die keine Chemotherapie bekommen haben, klagen aktuell über Gedächtnislücken, verlangsamtes Denken und Entscheiden oder über Probleme, mit neuen Situationen und unvorhergesehen auftretenden Belastungen umzugehen“. Bessern sich auch die kognitiven Leistungen mit moderatem Sport im Rahmen der Krebsnachsorge? Verena Geus will das mithilfe der 23 Probandinnen herausfinden, unterstützt von der Sportstudentin Anke Weißen, die ihre Bachelorarbeit über die Studie schreibt. Dafür erheben die beiden am Anfang und am Ende der drei Monats-Studie im Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Sporthochschule Köln jede Menge Daten der Damen zur Kognition, Lebensqualität, körperlichen Aktivität und vergleichen sie. So ermittelt etwa ein Sechs-Minuten-Gehtest die Leistungsfähigkeit, während Körperliche Aktivitäts-Skalen, die unter dem Arbeitsgruppenleiter Dr. Freerk Baumann entwickelt wurden, die Selbsteinschätzung der Probandinnen bezüglich sportlicher Aktivität zeigen und Memo-, sowie Aufmerksamkeits-Belastungstests die Kognition messen.

Personalisiertes Training

Pulsuhrkontrolle - Quelle: Komen

Pulsuhrkontrolle – Quelle: Komen

Solchen Zusatzaufwand lassen die Walkerinnen und Läuferinnen gern über sich ergehen. Sie bekommen dafür zweimal die Woche ein optimales, auf ihre persönlichen Voraussetzungen hin konzipiertes Training am idyllischen Adenauer Weiher in der Nähe der Sporthochschule, das fachlich

begleitet wird. Über- oder Unterforderung oder falscher Laufstil sind deshalb für sie kein Thema. Auch das Gruppenerlebnis tut gut, es entstehen neue Freundschaften. Und am Ende der Studie winkt die Teilnahme am 13. Race for the Cure in Frankfurt am Main, zu dem der gemeinnützige Verein für die Heilung von Brustkrebs, Komen Deutschland, seit 1999 Gesunde wie Kranke einlädt.“Wir konnten Komen Deutschland als Sponsor der Studie gewinnen“, freut sich Verena Geus, „der Verein übernimmt die Teilnahmegebühr und die Übernachtungskosten“.

Konkretes Ziel: fit am Mainufer

So hat die Studiengruppe nicht nur ein konkretes Ziel, problemlos entweder am 30. September zwei Kilometer am Frankfurter Museumsufer zu walken oder fünf Kilometer zu laufen. „Jetzt wird auch schon eifrig diskutiert, ob die Männer zum Race dürfen und wohin sie anschließend in Frankfurt ausgehen“, schmunzelt die Studienkoordinatorin. Sie hofft, dass aus der Studie Sportgruppen hervorgehen werden: „Es ist nicht allein die Aussicht auf höhere Heilungschancen und bessere Lebensqualität: Die Teilnehmerinnen sind durch das gemeinsame Erleben auch ganz konkret motiviert weiterzumachen.“ Verena Geus persönlich ist ganz gespannt, welche Aussage über Konzentration und Merkfähigkeit die ermittelten Daten nach Abschluss der Studie hergeben – und sie ist am 30. September ebenfalls beim Race dabei: „Ich will mit meiner Teilnahme am Benefizlauf auch auf Früherkennung, gesunden Lebensstil und die Wichtigkeit von Sport bei Brustkrebs aufmerksam machen. Außerdem genieße ich die Lebensfreude, die beim Race an allen Ecken spürbar ist.“

Pressekontakt
Karin Willen
Fon: 06101 54 12 33
Mobil: 0151 555 157 64
Email: presse@komen.de
www.komen.de

Susan G. Komen Deutschland e.V.
Verein für die Heilung von Brustkrebs
Heinrich-Hoffmann-Straße 3
60528 Frankfurt am Main
Fon: 069 678 65 380
Email: info@komen.de

Kontakt zur Studienkoordinatorin
Karin Willen
Email: Walkforthecure@gmx.de

Über Susan G. Komen Deutschland e.V. – Verein für die Heilung von Brustkrebs

In Deutschland erkranken derzeit jährlich rund 72.000 Frauen an Brustkrebs. Das Mammakarzinom ist die häufigste aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen; 83 bis 87 Prozent der erkrankten Frauen leben nach fünf Jahren noch.* Damit Frauen über die Risiken informiert sind und falls sie erkranken, schnell wieder gesunden, setzt der gemeinnützige Verein für die Heilung von Brustkrebs Susan G. Komen Deutschland e.V. auf Aufklärung rund um das Thema Brustgesundheit. Er informiert seit 1999 über gesundes Verhalten, Früherkennung und Brustkrebs.

Broschüren für Betroffene und ihre Angehörigen, die „Pink-Infotaschen“ für Brustkrebspatientinnen sowie Infoveranstaltungen zur Früherkennung in Unternehmen sind Beispiele der Arbeit. Darüber

hinaus unterstützt Komen ausgewählte Projekte, die sich der Heilung von Brustkrebs und Hilfe für Patientinnen und ihre Angehörigen widmen. Bis 2011 konnte Komen Deutschland bundesweit dafür etwa 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern vergeben.

Komen Deutschland finanziert seine Arbeit durch Einnahmen aus Benefiz-Veranstaltungen wie dem Race for the Cure®, Marketingkooperationen mit Firmen wie KitchenAid oder Thomas Sabo sowie Spenden. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Botschafterinnen wie die Fußballnationalspielerin Inka Grings und die Sängerin Cassandra Steen unterstützen Komen Deutschland dabei.

Der eingetragene Verein mit Sitz in Frankfurt am Main ist die deutsche Vertretung der US-amerikanischen Stiftung Susan G. Komen for the Cure, die 1982 von der heutigen WHO-Botschafterin für die Krebsaufklärung in New York, Nancy G. Brinker, gegründet wurde. Anlass war ein Versprechen, das Brinker ihrer Schwester Susan G. Komen gegeben hatte, die im Alter von 36 Jahren an Brustkrebs gestorben war. Das Versprechen: Alles in ihrer Macht stehende im Kampf gegen Brustkrebs zu tun.

* Quelle: Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends. 8. Ausgabe. Hrsg. vom Robert Koch-Institut und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. Berlin, 2012

Über den Race for the Cure®

Der Race for the Cure® wurde 1983 in Dallas/Texas ins Leben gerufen und ist heute die weltweit größte Fundraising-Veranstaltung: Teilnehmende Läufer, zahlreiche ehrenamtliche Helfer und prominente Botschafter sowie Sponsoren fördern zusammen Projekte zur Früherkennung von Brustkrebs und Unterstützung von betroffenen Frauen und ihrem Umfeld. In Frankfurt am Main etablierte sich der erste deutsche Benefizlauf im Jahr 2000, seit 2011 findet er auch in Hamburg, seit Juni 2012 in Köln statt, weitere Läufe in anderen Städten sind geplant. Die Erlöse kommen Projekten in der jeweiligen Region zugute.

Der Lauf soll öffentlich ins Gedächtnis rufen, dass Brustkrebs keine Grenzen kennt, weder Alter noch Geschlecht, weder sozialer Status noch Herkunft. Frauen ab 40 Jahren gehören zur größten Risikogruppe. In Deutschland wird jede neunte Frau mit der Diagnose „Mammakarzinom“ konfrontiert. Brustkrebs trifft allerdings nicht nur die Patientin, auch deren Angehörige und Freunde brauchen Unterstützung.

Der entscheidende Faktor, um Brustkrebs zu überleben, ist die Früherkennung.

Die vier Schritte zur Früherkennung sind:

  1. Kennen Sie Ihr persönliches Brustkrebsrisiko
  2. Gehen Sie zur medizinischen Untersuchung
  3. Beobachten Sie Ihre Brüste
  4. Leben Sie gesund.

Susan G. Komen Deutschland e.V., Karin Willen

 


Krebszeitung

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