Früherkennung Darmkrebs

Von Links: Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann - Sybille Seitz - Dr. Christa Maar

Berlin, 27.02.2008. In der nächsten Woche startet der, von der Felix Burda Stiftung initiierte Darmkrebsmonat März. Zum Auftakt fand heute eine Pressekonferenz zum Thema Darmkrebs – Vorsorge – Früherkennung statt, zu dem die Stiftung, unter der Leitung von Frau Dr. Christa Maar, geladen hatte. Hier wurden die Zahlen von 2002 – 2008 vorgestellt und was noch unbedingt getan werden muss, um die Bevölkerung über die Früherkennungsuntersuchungen aufzuklären, damit diese Krebsart, die jeden von uns treffen kann, frühzeitig erkannt und mit guten Aussichten auf ein Leben mit hoher Lebensqualität geheilt werden kann.

Rund fünf Millionen Menschen haben ein familiäres Darmkrebsrisiko

Von Links: Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann - Sybille Seitz - Dr. Christa MaarBerlin, 27.02.2008. Die Hochrechnung einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage nennt erstmals die Zahl der Menschen in Deutschland, die mit einem familiären Darmkrebsrisiko leben. Für diese Risikogruppen gibt es bisher keine geeigneten Vorsorgeangebote.

Eine bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung von 1.134 Personen ab 18 Jahren zu den Themen Darmgesundheit und Darmkrebsvorsorge zeigt, dass rund fünf Millionen Menschen in Deutschland ein familiäres Darmkrebsrisiko haben. Damit liegt die Zahl erheblich höher als bislang angenommen. Bei diesen Personen sind oder waren Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt.

„Zum ersten Mal können wir beziffern, wie groß die Gruppe der Menschen mit familiärem Darmkrebsrisiko in Deutschland wirklich ist“, sagt Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, und fordert: „Diese Hochrisikogruppen sind nicht Bestandteil der gesetzlichen Richtlinie zur Darmkrebsfrüherkennung, die nur die Risikogruppe ab 50 Jahre erfasst. Personen mit familiärem Risiko erkranken aber oft weit vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs und müssen deshalb in einem wesentlich früheren Alter mit der Darmkrebsvorsorge beginnen. Es ist dringend notwendig, sie möglichst früh zu identifizieren und ihnen Vorsorgeprogramm anzubieten, das das jeweilige individuelle Risiko berücksichtigt. Die wissenschaftlichen Leitlinien dazu gibt es, sie werden nur nicht befolgt.“

Das Darmkrebsrisiko erhöht sich für nahe Verwandte von an Darmkrebs erkrankten Personen dramatisch, wenn der Darmtumor vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wurde. Dies ist in Deutschland bei ca. 650.000 Personen der Fall. Sind außerdem noch bei anderen Personen in der Familie Darmkrebs, Darmpolypen oder andere Krebserkrankungen aufgetreten, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine erbliche Form von Darmkrebs handelt. Die wissenschaftliche Leitlinie empfiehlt nahen Verwandten in diesem Fall, ab dem Alter von 25 Jahren mit der Vorsorgedarmspiegelung zu beginnen.

Zwar schützt die überwiegende Mehrheit der Personen, deren Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt sind, die familiäre Vorbelastung als hohen Risikofaktor für Darmkrebs ein, doch fehlt es offenbar an einer weiterführenden Aufklärung, um sie zum Gespräch mit ihrem Arzt über entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu motivieren. Nur etwa ein Fünftel der Betroffenen hatte von sich aus bei ihrem Arzt das Gespräch auf das Thema gebracht, und nur bei jedem dritten hatte der Arzt die Initiative zum Gespräch über das familiäre Risiko ergriffen.

Die Angst vor der Darmspiegelung wiegt bei der Mehrheit der Bevölkerung offenbar schwerer als die Angst, Darmkrebs zu bekommen. Zwar wissen 70 %, dass Darmkrebs sich durch Vorsorge verhindern oder heilen lässt, doch gibt sich in etwa die gleiche Anzahl überzeugt, dass Darmkrebserkrankungen durch moderne Medizin erfolgreich behandelt werden können.

Die Befragung zeigte aber auch, dass das Thema Darmkrebs keiner Tabuisierung mehr unterliegt. Mehr als die Hälfte der Befragten hat das Thema in den Medien wahrgenommen, und fast alle Befragten wissen, dass Darmkrebs eigentlich jeder bekommen kann. Die Aufkl#rungskampagnen der vergangenen Jahre zeigen also deutliche Wirkung.

Auf den Umgang mit der eigenen Gesundheit scheint dies jedoch wenig Einfluss zu haben. 72 Prozent der Gesamtbevölkerung und eine ebenso große Zahl der Risikogruppe über 50 Jahre gehen davon aus, dass mit ihrem Darm alles in Ordnung ist, solange keine konkreten Verdauungsprobleme auftreten. Das heißt, der Mehrheit der Bevölkerung ist nach wie vor nicht bewusst, dass Vorsorge bedeutet, sich ohne Symptome untersuchen zu lassen.

Als Barrieren wirken sowohl die endoskopische Untersuchungsmethode wie die als Vorbereitung auf die Untersuchung notwendige Darmreinigung. 27 % der Befragten glauben, dass die Vorsorgedarmspiegelung, die nachgewiesenermaßen risikoarm ist, „keine ganz ungefährliche Sache“ ist und dass „dabei viel passieren kann“. Etwa ein Drittel der weiblichen Risikogruppe über 50 Jahre lässt sich vom Procedere der vorbereitenden Darmreinigung und den „vielen Litern Salzwasser, die getrunken werden müssen“, abschrecken. Hingegen empfinden nur 16 % der Männer über 50 Jahre die Vorbereitungsprozedur als derart abschreckend.

Laut den jüngst vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Zahlen erkranken jährlich 73.000 Menschen neu an Darmkrebs und 28.000 sterben daran.

Die den Daten zugrunde liegende Befragung wurde im Auftrag von Yakult in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung vom Befragungsinstitut IPSOS von Dezember 2007 bis Januar 2008 durchgeführt.

Felix Burda Stiftung startet Medien-Kampagne

von links: Sybille Seitz - Dr. Christa MaarMünchen, 20.02.2008. Die Felix Burda Stiftung geht mit einer neuen Werbekampagne in den diesjährigen „Darmkrebsmonat März“. Unter dem Motto „I FEEL GOOD“ motivieren prominente Persönlichkeiten zur Darmkrebsfrüherkennung.

Zahlreiche Prominente unterstützen das Anliegen der Felix Burda Stiftung, die Bevölkerung zur Darmkrebsvorsorge zu motivieren. Getreu dem Leitsatz der Kampagne – „I feel good“ – geben sich Wladimir Klitschko, Verona Pooth und Barbara Schöneberger in dem neuen TV-Spot sichtlich gut gelaunt. Entspannt tanzen sie zu dem Soulklassiker von James Brown. Doch das gute Gefühl kann trügen, denn Darmkrebs spürt man erst, wenn es zu spät ist. Nur die Darmkrebsvorsorge gibt Sicherheit und ein wirklich gutes Gefühl. Diese Botschaft vermitteln die prominenten Darsteller sehr eindrücklich und machen gleichzeitig Hoffnung, denn früh erkannt ist Darmkrebs zu nahezu 100% heilbar.

„Kampagnen, die Krebsangst schüren, sind kontraproduktiv, weil niemand Angst machende Botschaften hören will. Unsere Kampagne setzt hingegen auf das positive Lebensgefühl: Man kann aktiv etwas für den Erhalt seiner Gesundheit tun indem man zur Vorsorge geht“, kommentiert Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, das Konzept der neuen Medienoffensive. Bei allen positiven Gefühlen muss natürlich dennoch die ernste Botschaft verdeutlicht werden, „denn viele Leute denken: Ich fühl mich gut, ich muss gar nicht zum Arzt gehen, ich bin doch gesund“. Doch dem guten Gefühl zu trauen, kann tückisch sein, denn Darmkrebs zeigt im Frühstadium keine Symptome.

Zusätzlich wurden acht Anzeigenmotive produziert. Neben den drei Prominenten aus dem Fernseh-Spot wirken in der Printkampagne Maria Furtwängler, Johannes B. Kerner, Sandra Maischberger, Christine Neubauer und Nina Rüge mit. Die Anzeigen zeigen Portraits gut gelaunter Prominenter ab der Taille vor weißem Hintergrund. Die Motive werden von Ende Februar bis Ende April 2008 in sämtlichen Zeitschriften von Hubert Burda Media und der Verlagsgruppe Milchstraße sowie in zahlreichen Medien anderer Verlagshäuser pro bono geschaltet.

Daneben setzt die Stiftung auf Ambient Media sowie virales Marketing und will zusätzlich durch zielgruppenspezifische onlinebanner die Aufmerksamkeit der Internetnutzer auf das Thema Darmkrebsvorsorge lenken.

Hintergrund:

„I FEEL GOOD“ – Kampagne der Felix Burda Stiftung
Gesamtkonzept: Agentur FEUER Kommunikation und Design AG, München Anzeigenmotive: Markus Tedeskino
Produzent TV-Spots: Björn Thönicke
Regie: Walter-Maria Krautstorfer
Mitwirkende der Kampagne 2008 i.a.R.: Maria Furtwängler, Johannes B. Kerner, Wladimir
Klitschko, Sandra Maischberger, Christine Neubauer, Verona Pooth, Nina Rüge und Barbara Schöneberger.

Die Buchung der Kampagne erfolgt im Rahmen von Social Advertising. Die Felix Burda Stiftung dankt allen Partnern, ohne deren Unterstützung die Realisierung dieser Kampagne nicht möglich wäre.

Darmkrebsmonat März

Die Felix Burda Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt die Darmkrebssterblichkeit in Deutschland drastisch zu reduzieren. Dabei sieht sie ihre hauptsächliche Aufgabe in der Kommunikation der Chancen, die Früherkennungsmaßnahmen für das Verhindern von Darmkrebserkrankungen bieten. Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung seit 2002 in Zusammenarbeit mit potenten Partnern den sich jährlich wiederholenden Darmkrebsmonat März etabliert.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsneuerkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken 71.000 Menschen neu an Darmkrebs und 29.000 sterben an den Folgen dieser Krankheit. Dabei ist Darmkrebs die einzige Krebserkrankung, die sich durch Vorsorge nahezu vollständig verhindern oder in einem so frühen Stadium entdecken lässt, dass der Krebs heilbar ist. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen.

Die TV-Spots sowie ein filmisches „Making-Of“ der Kampagne finden Sie als Videocast oder zum Download im Pressebereich von www.felix-burda-stiftung.de . Hier finden Sie auch weiteres Text- und Bildmaterial zur kostenlosen redaktionellen Nutzung.

Kampagne Darmkrebsmonat März wirkt: Sterblichkeit von Darmkrebs deutlich gesunken

München, 20.02.2008. Die neuen Zahlen von Robert Koch-Institut (RKI) und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) zeigen: Die Mortalität von Darmkrebs in Deutschland ist deutlich gesunken.

73.000 Menschen, 2000 mehr als 2006, erkranken in Deutschland jährlich neu an Darmkrebs. Knapp 28.000 sterben jedes Jahr daran, das sind 1000 weniger als 2006. Damit setzt sich der Trend fort, dass durch verstärkte Früherkennung die Neuerkrankungsrate steigt.Eine frühzeitige Krebsentdeckung sorgt gleichzeitig für verbesserte Heilungschancen und eine Senkung der Darmkrebssterblichkeit. Seit 2001 konnte die Mortalität von 58% auf 38% reduziert werden. Nach wie vor bleibt Darmkrebs aber die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und Todesursache in Deutschland.Es ist erklärtes Ziel der Felix Burda Stiftung mit dem jährlichen „Darmkrebsmonat März“ die Darmkrebssterblichkeit drastisch zu reduzieren. „Diese Entwicklung ist ein großer Erfolg und Beweis dafür, dass bereits viele Menschen zur Darmkrebsvorsorge motiviert werden konnten“, kommentiert Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, die neuen Zahlen. „Um diesen Trend fortzusetzen muss ein Einladungsverfahren auf Basis der Einwohnermeldeamtsdaten die Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie deutlich steigern. Außerdem müssen familiär vorbelastete Risikogruppen besser identifiziert und einem individualisierten Vorsorgeprogramm zugeführt werden“ erläutert Dr. Christa Maar weiter.

Optimale Vorbereitung der Darmspiegelung

München, 20.02.2008. Ein neues Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fasst die aktuelle Studienlage zur Darmreinigung zusammen. Der Grundstein dafür wurde in einem Experten-Workshop von Felix Burda Stiftung und Netzwerk gegen Darmkrebs gelegt.

Auf Einladung der Felix-Burda-Stiftung und des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. kamen zum Workshop „Koloskopie-Vorbereitung“ mehrere Experten zusammen, um ihr Wissen über die optimale Darmreinigung zusammen zu tragen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der neueste Stand formuliert und zusammengefasst. Drei dieser Experten, Prof. Dr. med. C. Eil (Wiesbaden), Dr. M. Friedrich-Rust (Frankfurt/Main) und Prof. Dr. W. Schmitt (München), entwickelten darüber hinaus mit der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- ­und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ein Positionspapier, das einen Überblick über die aktuelle Studienlage und deren Beurteilung in Hinblick auf die Praxis der Koloskopie-Vorbereitung zusammenfasst. Dieses Papier steht ab sofort unter www.dgvs.de zum Download bereit.

Seit 2002 ist die Vorsorgekoloskopie Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zur Vorsorge und Früherkennung kolorektaler Tumore. Die Effektivität der Untersuchung ist maßgeblich davon abhängig, wie gut und umfänglich die Schleimhautverhältnisse in allen Dickdarmabschnitten eingesehen werden können.

Dafür muss der Darm entsprechend vorbereitet, sprich: gereinigt sein. Ein für die Untersuchung optimal vorbereiteter Darm sollte nur wenig Restflüssigkeit und keine Stuhlreste enthalten. Bei schlechter Vorbereitung betrifft diese insbesondere das Zökum und Colon ascendens, wobei Studien der vergangenen Jahre zeigen, dass gerade hier gehäuft flache Läsionen anzutreffen sind, die bei nicht optimal gereinigtem Darm leicht übersehen werden können. Untersuchungen aus dem US-amerikanischen Raum stellen fest, dass bis zu 23 Prozent der dort durchgeführten Koloskopien wegen schlechter Vorbereitung nur unzureichend valide Ergebnisse liefern. Entsprechende Daten aus Deutschland liegen nicht vor.

Während die Mehrzahl der Patienten die Koloskopie an sich – aufgrund guter Möglichkeiten der Analgosedierung – nicht mehr als unangenehm erlebt, wird dagegen die Darmreinigungs-Prozedur von vielen als sehr belastend empfunden.

Die Vorbereitung zur eigentlichen Untersuchung stellt damit auch ein großes Hindernis für die breite, verbesserte Akzeptanz der Vorsorgekoloskopie unter den Anspruchberechtigten dar.

Die ideale Vorbereitung zur Koloskopie sollte möglichst einfach durchführbar sein und nicht in das berufliche wie soziale Leben eingreifen. Insbesondere bei älteren oder multimorbiden Patienten ist auf ein niedriges Nebenwirkungspotential zu achten.

Vollumfänglich erfüllt gegenwärtig keine der bekannten Vorbereitungsschemata diese idealen Voraussetzungen. Vor dem Hintergrund der teilweise sehr heterogenen Studienlage sieht die Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschart für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) jedoch Vorteile bei der Verwendung von PEG-basierten Lösungen. Der Einwand, dass hierbei größere Trinkmengen erforderlich sind, könnte sich durch die neuerdings eingeführte Zwei-Liter-Version von PEG-basierten Lösungen relativieren lassen.

Auch weiterhin bleibt die wirkungsvolle Aufklärung und Anleitung der Patienten ein wichtiger Baustein, um deren Mitarbeit und damit eine möglichst erfolgreiche Darmreinigung sicherzustellen.

Weitere Informationen und kostenloses Bildmaterial zum Download finden Sie unter:

www.felix-burda-stiftung.de .

Ärztliche Zweitmeinung bei Darmkrebs

München, 20.02.2008. Ein neues o­nline-Pilotprojekt der Felix Burda Stiftung wird es Darmkrebspatienten ermöglichen, schnell und unkompliziert zu einer qualifizierten Zweitmeinung zu kommen.

Über die Internetplattform www.darmkrebs.de der Felix Burda Stiftung sollen Darmkrebspatienten in Zukunft die Möglichkeit erhalten, sich eine ärztliche Zweitmeinung zu ihrer Behandlung einzuholen. Hierzu werden bundesweit große Kliniken und zertifizierte Darmzentren eingebunden.

Die Befundeinsicht und Dokumentation erfolgt o­nline mit Hilfe einer elektronischen Patientenakte der Health Medical o­nline AG aus München (www.hmo.de), die Online-Akte wird hierzu in das Portal www.darmkrebs.de integriert. Ein medizinischer Case Manager übernimmt die Koordination und Weiterleitung der Anfragen sowie die direkte Unterstützung der Betroffenen bei der Nutzung des Services.

Die Felix Burda Stiftung aktiviert hierfür ihr Netzwerk von Kompetenzzentren, die im Rahmen ihrer Tumorkonferenzen oder in Form einer Expertenmeinung die Anfragen des Case Managers bearbeiten werden. Partner der ersten Stunde bei dem Zweitmeinungsprojekt ist Professor Thomas Rösch von der Charite Berlin, der das Konzept mit der dortigen Tumorkonferenz bereits an realen Fällen erprobt hat.

Zum Erhalt der Zweitmeinung meldet sich der Betroffene auf www.darmkrebs.de zur kostenlosen Nutzung der elektronischen Patientenakte an. Mit Unterstützung des Case Managers wird die Online-Akte mit den notwendigen medizinischen Daten und Befundberichten des Patienten gefüllt; der medizinische Informationsgehalt muss hierbei ein definiertes Mindestmaß erreichen.

Entsprechend der hohen Datenschutzanforderungen verwendet die Online-Akte digitale Verschlüsselungsverfahren und Zugangskontrolien.Mit der Anfrage durch den Case Manager erreicht die Akte eine Klinik und wird dem für das Projekt verantwortlichen Oberarzt zugeleitet. Die Einsicht der Befunde sowie Abgabe der Zweitmeinung erfolgt online via Patientenakte, die Weitergabe an den Betroffenen sowie entsprechende Erläuterungen zur Zweitmeinung übernimmt wiederum der Case Manager.

Falls der Patient darüber hinaus eine weiter gehende medizinische Beratung wünscht, vermittelt der Case Manager ihm einen ärztlichen Ansprechpartner. Ebenso unterstützt er den Patienten bei der Auswahl einer Klinik in Wohnortnähe, die sich für die Behandlung seines Falles eignet.

Ein solches Angebot zur ärztlichen Zweitmeinung soll die Versorgung von Darmkrebspatienten in Deutschland weiter verbessern. Die Betroffenen erhalten mehr Sicherheit, in jeder Phase ihrer Erkrankung in eine kompetente und leitliniengerechte Therapie zu gelangen. Diesbezüglich profilieren sich auch die am Projekt teilnehmenden Kliniken und Experten. Gegenwärtig erhalten längst nicht alle Darmkrebspatienten eine leitliniengerechte Therapie, mit den entsprechenden Folgen für die Komplikations- und Überlebensrate.

Eine vergleichende Studie des Oldenburger Chirurgen Hans-Rudolf Raab belegt, dass die Heilungschancen bei Darmkrebs extrem von der Erfahrung der Klinik und der Qualifikation des behandelnden Arztes abhängen und selbst im Stadium eins, das eigentlich als vollständig heilbar gilt, die Heilungsraten an deutschen Kliniken zwischen 67 und 100 Prozent schwanken. Entscheidend ist auch, wie Metastasen behandelt werden.

Patienten, die von einem erfahrenen Leberchirurgen operiert werden, haben heute eine Heilungschance von bis zu 40 %.Zur Erprobung des Zweitmeinungsprojekts ist zunächst eine einjährige Pilotphase geplant. Die Kosten, die in dieser Zeit für den Case Manager anfallen, werden über Sponsoring finanziert. Die kooperierenden Kompetenzzentren, Tumorkonferenzen und Experten geben ihre Zweitmeinung vorerst kostenfrei ab. Nach Abschluss der Pilotphase soll die elektronische Zweitmeinung dann fallbezogen durch die Krankenkassen honoriert werden.

Das Zweitmeinungsprojekt der Felix Burda Stiftung ist ein Angebot an Darmkrebspatienten, sie in einer oft als lebensbedrohend empfundenen Situation bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Es wird darüber hinaus aber auch konkrete Anhaltspunkte dafür liefern, wie sich aufgrund der qualifizierten Beratung durch das Tumorboard eines Kompetenzzentrums die Komplikations­und Rückfallquoten verringern und Kosten für unnötige Therapien und stationäre Aufenthalte vermeiden lassen.

Fünf Jahre Darmkrebsfrüherkennung mit Koloskopiescreening 2003-2007

Von Links: Dr. Gerhard Brenner - Prof. Dr. Hermann BrennerDarmkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, die nicht nur früh erkannt werden kann, sondern zu verhindern ist, wenn Vorstufen rechtzeitig erkannt und abgetragen werden.

Heute blicken wir auf fünf Jahre Laufzeit des erweiterten Programms der gesetzlichen Krankenversicherung zur Früherkennung von Darmkrebs zurück. Versicherte haben mit Beginn des 55. Lebensjahres das Recht, eine Koloskopie zur Früherkennung des Darmkrebses durchführen zu lassen. Bei Patienten ohne Befund wird dann eine zweite Koloskopie im Abstand von zehn Jahren empfohlen.

Die diagnostischen Maßnahmen und die Befunde der Ärzte werden seit dem Jahr 2003 dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Über den gesamten Zeitraum haben ca. 2,8 Millionen Personen teilgenommen, wenn man auch das Jahr 2007, dessen Auswertung noch nicht abgeschlossen ist, mit einbezieht. Für den größten Teil dieser Teilnehmer stehen die Untersuchungsprotokolle in anonymisierter Form für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung. Über die Ergebnisse berichte ich nachfolgend.

Die Akzeptanz der Bevölkerung des Untersuchungsprogramms ist für den Anfang ein guter Erfolg. Die Teilnahmeraten könnten jedoch noch verbessert werden, um die jährlichen Neuerkrankungen an Darmkrebs von zurzeit 71.000 Personen deutlich zu reduzieren. Die Darmkrebsfrüherkennung zielt auf eine möglichst frühzeitige Erkennung eines kolorektalen Karzinoms. Insbesondere aber sollen Vorstufen wie Polypen (volumenmäßige Veränderung der Darmschleimhaut) oder Adenome (gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut) im Darm rechtzeitig erkannt werden. Diese könnten möglicherweise entarten und später zu einem kolorektalen Karzinom führen.

Aber zunächst die gute Nachricht: Bei etwa der Hälfte aller Teilnehmer wird kein krankhafter Befund festgestellt. Dieser Gruppe wird eine Wiederholung der Darmspiegelung nach zehn Jahren empfohlen. Die zweitbeste Nachricht ist, dass bei fast jedem dritten bis vierten Teilnehmer – dies sind in dem hochgerechneten Fünfjahresintervall etwa 700.000 Personen – ein Polyp oder ein Adenom gefunden wurde. Entdeckte Polypen oder Adenome werden in der Regel in einem Arbeitsgang bei der diagnostischen Maßnahme von dem untersuchenden Arzt abgetragen, so dass aus diesen Vorstufen mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Darmkrebs mehr entstehen kann.

Den größten Nutzen aus der Darmkrebsfrüherkennung aber haben die Personen, bei denen ein fortgeschrittenes Adenom entdeckt und abgetragen wurde. Fortgeschrittene Adenome sind größer als l cm, und haben eine unregelmäßige zerklüftete entartete Form in der Vorstufe eines kolorektalen Karzinoms. Von diesen fortgeschrittenen Adenomen wird angenommen, dass sie eine höhere Progressionsneigung hin zu manifestem Darmkrebs zeigen. Rund 151.000 Personen gehörten während der vergangenen fünf Jahre zu dieser Risikogruppe, deren Vorstufen durch die Darmkrebsfrüherkennung gerade noch rechtzeitig entdeckt wurde.

Bei der Darmkrebsfrüherkennung wurden auch ca. 20.000 Personen mit Kolon- oder Rektumkarzinomen entdeckt. Dieser Befund wurde zwar nur bei 0,8 % der Untersuchungsteilnehmer festgestellt. Der gute Aspekt aber ist, dass etwa 70 % (= 14.000) der Karzinome in einem frühen, prognostisch günstigen Stadium mit guten Heilungschancen entdeckt wurden. Zum Vergleich dazu: Die Rate der in frühen Stadien entdeckten Karzinome bei Patienten mit Symptomen (kurative Koloskopie) liegt dagegen wesentlich niedriger. Ohne Vorsorgedarmspiegelung wäre bei diesen Teilnehmern das Karzinom mit hoher Sicherheit erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden.

Lassen Sie mich noch einen Blick auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede werfen:

Von den Teilnehmern in den letzten fünf Jahren war die Mehrheit (57 %) Frauen. Die Teilnahmerate der Männer in den relevanten Altersgruppen ist zwar nur unwesentlich schlechter. Problematisch bei den Männern ist aber das höhere Risiko sowohl bei der Entstehung des Darmkrebses als auch bei den Vorstufen, insbesondere von fortgeschrittenen Adenomen.

Zum Beispiel tritt ein fortgeschrittenes Adenom bei Männern 1,7-mal häufiger auf als bei Frauen, wobei die Adenomhäufigkeit mit dem Alter noch zunimmt. Personen, bei denen ein Adenom, also eine mögliche Vorstufe für eine Darmkrebserkrankung entdeckt wurde, wird eine weitere Darmspiegelung als Kontrolluntersuchung, im Abstand von drei bis fünf Jahren empfohlen. Deshalb: Männer geht zur Darmspiegelung.

Die Koloskopie ist eine invasive Maßnahme und deshalb auch nicht vollkommen frei von möglichen Komplikationen. Die Komplikationsrate aber ist mit 3 Fällen, bezogen auf 1.000 Untersuchte, auch im internationalen Vergleich sehr gering. Die meisten Komplikationen sind ambulant beherrschbare Blutungen und entstehen insbesondere bei der Abtragung von Polypen und Adenomen durch Polypektomie. Perforationen, d.h. die Verletzung der Darmwand, treten äußerst selten mit 2 Fällen pro 10.000 Untersuchten auf. Nicht zu verschweigen sind aber auch von den fast 3 Mio. Untersuchungen 5 berichtete Todesfälle, die insbesondere bei älteren Patienten als indirekte Folge der Darmspiegelung (z.B.Herz-Kreislaufversagen) eingetreten sind.

Die präventive Darmspiegelung, die vor fünf Jahre eingeführt wurde, ist in Deutschland bekanntlich nicht die einzige Maßnahme, sondern wird durch den freiwilligen Test auf okkultes Blut im Stuhl ergänzt. Diesen Test können Personen ab dem 50. Lebensjahr jährlich durchführen lassen und – sofern sie sich aus bestimmten Gründen nicht zur Darmspiegelung entschließen – ab dem 55. Lebensjahr in jedem zweiten Jahr. Rund 4,2 Mio. präventive Tests auf okkultes Blut im Stuhl werden in Deutschland jährlich durchgeführt.

Im Präventionsausschuss wird zurzeit darüber diskutiert, ob man zu dem einjährigen Untersuchungsintervall für den Okkultbluttest für alle berechtigten Personen wieder zurückkehrt.

Weiter ist zu berücksichtigen, dass in Deutschland im Rahmen der kurativen Behandlung wegen des Vorliegens entsprechender Symptome etwa weitere l Mio. kurative Koloskopien pro Jahr durchgeführt werden (in dieser Zahl sind auch die Untersuchungen aller Personen enthalten, die wegen einer familiären Belastung mit Darmkrebs eine Koloskopie durchführen lassen).

Wir haben damit ein breites Spektrum von Maßnahmen zur Entdeckung oder Früherkennung von Darmkrebs.

Ich komme zum Abschluss und möchte noch versuchen, ein Ziel zu formulieren. Jährlich nehmen etwa 500.000 bis 600.000 Personen aller Altersgruppen oberhalb von 55 Jahren an der präventiven Darmspiegelung teil. Auf der anderen Seite wachsen fast l Mio. Menschen pro Jahr in die Altersgruppe der 55-jährigen hinein.

Ziel des Programms und seiner Motivationswirkung muss es sein, insbesondere diese jüngere Altersgruppe – ich würde sagen mindestens zur Hälfte- zur Inanspruchnahme für die präventive Darmspiegelung zu motivieren. Dann knnen wir hoffen, die zurzeit noch hohen, aber zum Glück rückläufigen Sterberaten an Darmkrebs innerhalb der nächsten Jahre weiter zu reduzieren.

Präventive Darmspiegelung rechnet sich – auch finanziell!

Prof. Dr. Hermann BrennerDie Kosten der Darmkrebsbehandlung übersteigen deutlich die Ausgaben für präventive Darmspiegelungen im Rahmen des deutschen Darmkrebs-Früherkennungsprogramms. Eine Kostengegenüberstellung ergab eine Einsparung von durchschnittlich 216 Euro pro Screening-Teilnehmer.

Deutschland war 2002 weltweit das erste Land, das Darmspiegelungen als Früherkennungs-Programm für Darmkrebs eingeführt hat. Vom 55. Lebensjahr an werden für alle Versicherten die Kosten für eine Darmspiegelung (Koloskopie) übernommen. Ist der Befund negativ, so hat der Versicherte nach zehn Jahren Anspruch auf eine weitere Untersuchung – sofern er bei der ersten Koloskopie das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte.

Professor Hermann Brenner, Epidemiologe im Deutschen Krebsforschungszentrum, berechnete gemeinsam mit dem niedergelassenen Gastroenterologen Professor Andreas Sieg, dass das aufwändige Früherkennungsprogramm neben dem Gewinn an Lebenszeit auch finanzielle Einsparungen für das Gesundheitswesen erbringt.

Der Berechnung liegen rund 110.000 Darmspiegelungen zugrunde. Einbezogen wurden die Kosten für Screening- sowie für Nachsorge-Koloskopien, die dann anfallen, wenn bei der ersten Spiegelung Polypen entfernt wurden. Dazugerechnet wurden außerdem die Aufwendungen für die Behandlung von Komplikationen, die bei der Untersuchung auftraten.

Die Anzahl an Krebsfällen, die durch das Darmspiegelungs-Programm verhindert wurden, schätzen Brenner und Sieg aus der Anzahl der entfernten Polypen und der Häufigkeit, mit der ein Polyp zu Krebs entartet. Der so ermittelte Schätzwert gilt als zuverlässig, da er mit der Anzahl der Fälle übereinstimmt, die für eine entsprechend große Bevölkerungsgruppe aufgrund der Darmkrebs-Neuerkrankungsrate in Deutschland vor dem Start des Früherkennungs-Programms zu erwarten gewesen wäre. Bei der Kalkulation der eingesparten Gesamtkosten für Diagnose- und Behandlung wurde außerdem die bei Darmkrebs typische Stadienverteilung und Rezidivrate berücksichtigt. Diese Gesamtsumme wurde den Screening-Kosten gegenübergestellt. Dabei ergaben sich durchschnittliche Einsparungen von 216 Euro pro Teilnehmer des Früherkennungsprogramms.

„Die Früherkennungs-Koloskopie ist damit nicht nur kosteneffektiv, sondern sie führt sogar zu erheblichen Einsparungen, die noch wesentlich höher ausfallen, wenn wir die enorm hohen Preise der neuen Darmkrebs-Medikamente, der so genannten Biologicals, einberechnen würden“, erläutert Hermann Brenner.

„Vor diesem Hintergrund können wir nur raten, das Früherkennungsprogramm fortzuführen und alles dafür zu tun, die Berechtigten zur Teilnahme zu bewegen. Denn abgesehen von der finanziellen Seite: Auch wenn die großen Studien zum Rückgang der Neuerkrankungsrate durch das Screening-Programm noch nicht abgeschlossen sind, so steht doch heute schon fest, dass jeder rechtzeitig entdeckte Polyp für den Einzelnen einen Gewinn vieler Lebensjahre bedeuten kann.“

Deutschland hat mit rund 71.400 neuen Fällen pro Jahr eine der höchsten Darmkrebs-Neuerkrankungsraten der Welt und liegt damit im europäischen Vergleich an l. (Frauen) bzw. 4. (Männer) Stelle. Etwa 30.000 Patienten versterben jährlich an der Erkrankung. In den ersten drei Jahren nach Einführung der Früherkennungs-Koloskopie haben erst rund neun Prozent der Berechtigten dieses Screening-Angebot wahrgenommen.

Sieg A, Brenner H: Cost-saving analysis ofscreening colonoscopy in Germany. Z Gastroenterol. 2007; 45: 945-51, DOI: 10.1055/S-2007-963435.

Gleiche Chance für alle Risikogruppen

Dr. Bernd BirknerAn einem Darmkrebs zu erkranken ist nicht Schicksal. Die Wahrscheinlichkeit jedoch Darmkrebs zu bekommen, hängt tatsächlich mit dem eigenen Schicksal – dem familiären Schicksal – zusammen.

Das familiäre und erbliche Schicksal wird nach den sog. Amsterdam und Bethesda Kriterien bestimmt. Diese Kriterien beziehen sich im Wesentlichen auf die Anzahl der am Darmkrebs oder an einem mit Lynch Syndrom assoziierten Tumor (Gebärmutterkrebs, Dünndarmkrebs, Hamleiterkrebs oder Magenkrebs) erkrankten Angehörigen.

Alleine bereits ein Angehöriger in der Familie mit Darmkrebs erhöht das eigene Risiko um den Faktor zwei, bei mehr als einem Angehörigen ist es bereits der Faktor vier. Nach Untersuchungen aus Holland schätzt man in Deutschland 650.000 Personen mit einem erhöhten Risiko.

Das Bayerische Koloskopieregister im Jahr 2007 konnte zeigen, dass in Bayern sich ca. 20.000 Personen mit familiärem oder erblichem Risiko einer Darmspiegelung unterzogen haben. Diese Zahl zeigt nur die Spitze des Eisberges, da die Inanspruchnahme aller Darmspiegelungen in Bayern nur etwa 10 % betrug.

Da diese Risikogruppen sowohl ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko in sich tragen, als auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, in einem früheren Lebensalter als die Durchschnittsbevölkerung Darmkrebs zu erleiden, müssen diese Risikogruppen stärker berücksichtigt werden. In der aktuellen Fassung der Krebsfrüherkennungsrichtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses finden die Risikogruppen keine Erwähnung.

Um den Risikogruppen die gleichen (eigentlich besseren) Chancen zur Verhinderung des Darmkrebses wie der Durchschnittbevölkerung zu geben, müssen Maßnahmen zur Darmkrebsfrüherkennung bei Risikogruppen in Deutschland eingeführt werden. Die Maßnahmen bestehen aus einer standardisierten Erfassung des familiären und erblichen Risikos und einer Darmspiegelung vor dem 55. Lebensjahr in Anpassung an die individuelle Risikogruppe.

Dr. B. Birkner FEBG, FASGE, AGAF,
Gastroenterologie am Max Weber Platz
E-Mail: birkner@die-gastroenterologie.de
Internet: www.die-gastroenterologie.de

Was hindert Menschen, an Krebsvorsorge teilzunehmen?

Prof. Dr. Dr. Hans-Robert MetelmannKrebs ist heilbar, wenn er früh erkannt wird, Die Weltgesundheitsorganisation WHO (2002) geht davon aus, dass 43% aller Todesfälle durch Früherkennung der Erkrankung vermieden werden können. „Prävention und Gesundheitsförderung sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen 2006 sagt, und gleichzeitig ist in der Prävention „die Verantwortung des Einzelnen“ gefordert, so der Entwurf des Präventionsgesetzes des Bundes 2007,

Was hält Menschen davon ab, sich dieser Verantwortung zu stellen und ganz im eigenen Interesse an der Krebsvorsorge teilzunehmen? Eine Studie der Arbeitsgruppe Cancer Politics an der Universität Greifswald hat Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gefragt, warum sie nicht zum Arzt gehen. Gut 500 verwertbare Aussagen haben folgendes Bild ergeben:

Viele Menschen haben einfach Angst. – lähmende Krebsangst, diffuse Arztangst, die Angst vor Entscheidungsnot, die Angst vor einer Lebenswende, die Angst vor Chancenlosigkeit im Angesicht einer Krebserkrankung. „Krebs ist eine Sackgasse, am Ende steht Tod“, sind viele geängstigt und gehen deshalb erst gar nicht zur Vorsorge.

Ist hier die Kümmerkompetenz des Staates gefragt oder die Stärkung der Eigeninitiative? Müssen wir an finanziellen Anreizsystemen arbeiten oder an einer Verbesserung auf dem Bildungssektor und in der Medienpolitik?

Auf jeden Fall müssen wir ein positives Bewusstsein für Krebsprävention in der Bevölkerung schaffen! Die Felix Burda-Stiftung setzt hier Maßstäbe, In der Arbeitsgruppe Cancer Politics betreiben wir Graswurzelarbeit, z, B, Untersuchungen zur Impfbereitschaft gegen Krebs oder ein konkretes Schulprojekt zur Aktivierung von Jugendlichen, genauso wie EU-Vorhaben, z. B. zur Gründung eines ScanBalt Centers of Excellence in Cancer Prevention.

Wichtig ist uns die persönliche Ansprache, z.B. durch die Broschüre „Krebsvorsorge – Ich auch?“. Derzeit wird an einer Fortsetzung gearbeitet, die Vorbilder zeigen soll; Menschen, die von sich sagen können:

Krebsvorsorge – Ich auch!

„Krebs ist ja in unserer heutigen Gesellschaft schon heilbar“,
hieß es in unserer Umfrage,
„man muss ihn nur früh genug erkennen!“

Kontakt:

Felix Burda Stiftung
Dirk Hoppe
Junior Referent
Marketing & Communications
Tel.: +49 899250-1761
Fax: +49 89 9250-2713
dirk.hoppe@burda.com

Felix Burda Stiftung
Ingo Buchholzer
Referent
Marketing & Communications
Tel.: +49899250-1747
Fax: +49 89 9250-2713
buchholzer@burda.com

Felix Burda Stiftung und Detlef Höwing


Krebszeitung

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