Evaluationsergebnisse der Entscheidungshilfe Prostatakrebs aus den ersten drei Monaten

Evaluationsergebnisse der Entscheidungshilfe ProstatakrebsEvaluationsergebnisse der Entscheidungshilfe Prostatakrebs

Die Therapieentscheidung beim lokalisierten Prostatakarzinom ist besonders anspruchsvoll, da sehr verschiedene Behandlungsoptionen gegeneinander abgewogen werden müssen. Für diese wichtige Indikation mit etwa 60.000 Neudiagnosen pro Jahr ist nun seit dem 01. Juni 2016 die Entscheidungshilfe Prostatakrebs kostenlos online verfügbar. Das Angebot wurde auf Basis der aktuellen deutschen S3-Leitlinie unter dem Dach der PatientenAkademie der Deutschen Urologen entwickelt. Diese Initiative tragen die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. gemeinsam. Die Umsetzung besorgte die Firma ASD Concepts mit freundlicher Unterstützung der Firma Takeda.

Für den Urologen ist dabei der gesamte Ablauf analog gestaltet und es sind von ärztlicher Seite keine Eingaben in dem OnlinePortal nötig. Die Entscheidungshilfe Prostatakrebs vermittelt dem Patienten über Videosequenzen mit einem betreuenden Arzt (Schauspieler) die relevanten Informationen zu seiner Erkrankung und möglichen Behandlungsformen. Durch Eingaben des Patienten können klinische Parameter in die Details der angebotenen Information einfließen. Anschließend bewertet der Patient die möglichen Nebenwirkungen sowie die Vorund Nachteile der einzelnen Behandlungsoptionen. Zum Schluss kann der Patient alle Angaben als Zusammenfassung ausdrucken und in das folgende Gespräch zu seinem betreuenden Urologen mitnehmen. Insgesamt überblickt der Patient die Folgen der einzelnen Therapieentscheidungen so besser und kann nach Reflexion seiner eigenen Prioritäten im Gespräch mit seinem behandelnden Arzt eine informierte Entscheidung treffen. Zugleich spart der Urologe Zeit für die allgemeine Basisinformation und kann gezielt auf die offenen Fragen seines Patienten eingehen.

Von Juni bis August 2016 nutzten 319 Patienten die Entscheidungshilfe Prostatakrebs, wobei die monatliche Nutzerzahl kontinuierlich anstieg. 219 Nutzer (68,7%) beantworteten alle Fragebögen innerhalb der Entscheidungshilfe Prostatakrebs vollständig. Ihr mittleres Alter lag bei 66,1 ± 8,0 Jahren. Das onkologische Risiko war bei 30,3% niedrig, bei 43,6% mittel und bei 26,1% hoch. Auffälligkeiten im psychoonkologischen Screening fanden sich bei 29,2% für eine Depression und bei 29,7% für eine Angstproblematik. Die psychische Belastung erschien bei 34,2% auffällig hoch. Mit 57,5% nutzte die Mehrheit das Angebot gemeinsam mit ihrem Partner, 35,1% alleine und 5,5% mit ihren Kindern. 54,8% waren mit der Entscheidungshilfe Prostatakrebs „sehr zufrieden“ und 32,0% „zufrieden“; damit liegt die Gesamtzufriedenheit bei etwa 87%.

Die Entscheidungshilfe Prostatakrebs etabliert sich bei kontinuierlich steigenden Nutzerzahlen gut in der deutschen Urologie. Etwa 30% der Nutzer zeigt eine relevante psychische Belastung. Dies offenbart die Notwendigkeit eines psychoonkologischen Screenings für diese Patientengruppe. Mit 87% Zufriedenheit erhält das Angebot von den Patienten eine sehr positive Gesamtbewertung. Die Mehrheit nutzt die Entscheidungshilfe Prostatakrebs gemeinsam mit dem Partner oder anderen Vertrauten. Dies zeigt einen weiteren Vorteil multimedialer Angebote gegenüber Printmedien. Die weitere wissenschaftliche Begleitung wird zu diesem Vergleich genauere Erkenntnisse liefern.

Nach Etablierung der Entscheidungshilfe sollen ihre Effekte in einer randomisierten Evaluationsstudie gemessen werden. So lässt sich der mögliche Mehrwert der Entscheidungshilfe Prostatakrebs beurteilen. Um auch längerfristige Effekte erfassen zu können, erhält der Patient hierfür nach vier Wochen und etwa ein Jahr nach seiner Behandlung nochmals die Einladung zu einer Fragebogenerhebung.

Für den betreuenden Urologen entsteht dadurch kein zusätzlicher Aufwand. Zusätzlich entstehen hieraus Versorgungsdaten, die in dieser Tiefe einzigartig wären. Die Datenerhebung von  Patientenseite erweist sich hier als großer Vorteil, da besonders die funktionellen Ergebnisse von großer Relevanz sind. Dabei bleibt das zentrale Anliegen, den Betroffenen eine zeitgemä- ße und individuell auf sie zugeschnittene Information anzubieten. Durch gezielt vorinformierte und zufriedene Patienten profitieren schließlich auch das Arzt-Patienten-Verhältnis und damit der betreuende Urologe.

Wie erhalten Urologen Zugangskarten für ihre Patienten?

Der Bezug der Unterlagen und die Verwendung der Entscheidungshilfe Prostatakrebs sind kostenlos.

Es genügt eine formlose Bestellung – telefonisch oder per Email:
Telefon: 030 – 2 06 27 70
E-Mail: bestellung@entscheidungshilfe-prostatakrebs.de

Testzugang für Urologen: www.entscheidungshilfe-prostatakrebs.de
Benutzer: 4001 Passwort: cukucf

Videos:
Übersicht (3:11 Minuten) https://youtu.be/t4LU4Az7BjI
Tutorial (20:32 Minuten) https://youtu.be/Rnc0Ujq4aGI

Weitere Informationen:
www.entscheidungshilfe-prostatakrebs.info
E-Mail: info@entscheidungshilfe-prostatakrebs.de

Video von Detlef Höwing


Krebszeitung

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