Erfolg der Krebstherapie durch neue Software schneller beurteilbar

Bremer Wissenschaftler haben ein Computerprogramm entwickelt, das sehr früh Aussagen darüber erlaubt, ob sich Lungenmetastasen unter einer Chemotherapie zurückbilden. Die Software berechnet anhand von Computertomographie- Bildern das Volumen der Krebs-Tochtergeschwulste.

Die Größe von Lungenmetastasen exakt beurteilen

Mithilfe eines neuen Computerprogramms lässt sich die Größe von Lungenmetastasen sehr genau bestimmen. Das Bild zeigt, dass die Software sogar Metastasen (goldene Struktur), die sehr nah an Blutgefäßen oder an der Lungengrenze (graue Strukturen) liegen, zuverlässig darstellen und vermessen kann. Durch den Vergleich der Bilder vor und nach Beginn einer Chemotherapie erkennt das Programm sehr schnell, ob die Metastasen kleiner oder größer werden – ob also die Behandlung den Krebs zurückdrängt oder ob die Krankheit weiter fortschreitet.

Vorteil: Im Falle eines Misserfolgs können Ärzte früher als bisher die Therapie optimieren.

Die neue Software arbeitet vollautomatisch. Sie ist vier- bis fünfmal genauer als herkömmliche Messmethoden und registriert schon Volumenänderungen der Metastasen von 10 bis 20 Prozent. Wenn Ärzte – wie bisher üblich – anhand der Computertomographie-Bilder die Metastasen per Hand ausmessen, können sie nur Volumenänderungen von 60 bis 70 Prozent zuverlässig feststellen.

Die Software wurde vom Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung (MeVis) in Bremen entwickelt. Das Institut MeVis ist Teil des Forschungsverbundes VICORA, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt wird. Die Software kommt im Herbst 2004 auf den Markt. Sie bietet insbesondere zur Beurteilung solcher Metastasen Vorteile, die sehr nahe an Blutgefäßen oder am Rippenfell liegen.

Für das menschliche Auge ist die Grenze zwischen Tumor und Blutgefäß beziehungsweise Rippenfell auf Computertomographie- Bildern nur schwer bestimmbar. Oft schätzen Ärzte deshalb die Größe der Metastasen falsch ein. Dem Computerprogramm gelingt es sehr viel genauer, einen Tumor von anderen Gewebestrukturen zu unterscheiden. Mediziner können sich sogar ein exaktes dreidimensionales Bild einzelner Metastasen mit ihrer Lage zu Atemwegen, Blutgefäßen und Lungengrenzen erstellen lassen.

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Krass
MeVis – Center for Medical
Diagnostic Systems and Visualization
Universitätsallee 29
28359 Bremen
Tel.: 0421/2 18-77 12
Fax: 0421/2 18-42 36
E-Mail: krass@mevis.de


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