Deutschlandweite Leukämie-Studie gestartet

Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas NeubauerBei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer

Leukämie-Studie: Ärztinnen und Ärzte an 25 deutschen Kliniken untersuchen nun im Rahmen der sogenannten „BLAST“-Studie ein neues Medikament, das gezielt die Leukämiezellen und Leukämie-Stammzellen angreift. Die Leitung der Studie hat Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Landeszentrums für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), inne.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist nach wie vor eine schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Viele Patienten sprechen zunächst gut auf die Therapie an, erleiden dann aber einen Rückfall und bedürfen weiterer intensiver Therapie oder einer Stammzelltransplantation, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hervorgerufen wird dieser Rückfall von Leukämiestammzellen, die sich im Knochenmark in einer Nische verstecken können und gegen die erste Chemotherapie resistent waren.

In der Studie wird die Standardbehandlung der AML-Patienten um ein neues Medikament erweitert, das die Leukämiezellen aus dem Knochenmark herauslöst und sie auf diese Weise besser für die Chemotherapie angreifbar macht. Untersucht werden soll, ob mit der erweiterten Therapie tatsächlich mehr Patienten geheilt werden können. Dazu werden im Rahmen der „BLAST“-Studie deutschlandweit insgesamt 196 Patienten behandelt. „Dieses neue Medikament könnte eine große Chance für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie sein, weil es einen neuen Wirkungsmechanismus hat. Die Leukämiestammzellen werden aus ihrem Zellverbund im Knochenmark gelöst und ins Blut geschwemmt, wodurch sie besser von einer Chemotherapie angegriffen werden können“, sagt Prof. Müller-Tidow.

Die Studie wird in enger Kooperation mit dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) Halle durchgeführt. Voraussichtlich wird die Laufzeit der klinischen Prüfung drei Jahre betragen. Mit ersten Ergebnissen kann somit in wenigen Jahren gerechnet werden.

Leukämieforschung spielt am Universitätsklinikum Halle (Saale) eine große Rolle: Zahlreiche Forschungsprojekte werden erfolgreich durchgeführt. Aus diesen Forschungsprojekten sind mehrere klinische Studien entstanden. Gesunde Stammzellen und auch Leukämie-Stammzellen werden im Landeszentrum für Zell- und Gentherapie untersucht, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert und ein überregional bedeutendes Forschungs- und Stammzelltransplantationszentrum ist.

Weitere Information zur Studie erhalten Sie unter der Telefonnummer (0345) 557 2924 oder über innere4.studienzentrale@uk-halle.de

Pressemitteilung
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Jens Müller M.A.


Krebszeitung

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