Brustkrebs

Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs: Die Deutsche Krebshilfe hat verschiedene Projekte initiiert, um die Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern. Ihr Konzept stellte die Organisation im Rahmen des 26. Deutschen Krebskongresses am 28. Februar 2004 in Berlin vor. Anlass waren die Ergebnisse der Studie „Die an Brustkrebs erkrankte Frau im Medizinbetrieb“, welche die strukturellen Schwachstellen bei der Behandlung von Brustkrebs aufgedeckt hat.

„Nirgendwo war Platz für meine Angst!“

Strahlentherapie im düsteren Keller, Brustprothesenkauf im Hinterzimmer, Therapie-Gespräche zwischen Tür und Angel – das, was manche Frauen im Verlauf ihrer Brustkrebserkrankung erleben, ist zum Teil unerträglich. Nach dem Schock der Diagnose beginnt für viele Betroffene nicht selten der Schrecken des Weges durch den Medizinbetrieb. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Krebshilfe. „Doch seit der Vorstellung der Studie im letzten Sommer ist viel passiert“, sagte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, am Samstag in Berlin. „Wir haben bereits zahlreiche Verbesserungsvorschläge aufgegriffen und in die Wege geleitet, um die Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern.“ Auf allen Ebenen und mit verschiedenen Akteuren wurden Gespräche geführt und Modellprojekte initiiert.

Dazu gehört zum Beispiel ein Projekt zur Aufklärung von Mädchen und jungen Frauen. Auch ein umfassendes Konzept, das der Information von Brustkrebs-Patientinnen über die Wege und Abläufe im Krankenhaus – vom Tag der Aufnahme bis zur Entlassung – dienen soll, wird erarbeitet. Die Deutsche Krebshilfe setzt sich ein für die Entwicklung von Leitlinien für die Gewebe-Untersuchung der Brust (Mamma-Pathologie) und für die psycho-soziale Versorgung. Außerdem betont sie, wie wichtig eine Pharmaindustrie-unabhängige Selbsthilfeförderung ist.

„Das, was wir in der Studie über die Brustkrebsversorgung herausgefunden haben, ist leider nur die Spitze des Eisberges. Denn aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass auch andere Krebspatienten ähnliches erleben“ so Nettekoven. Daher will die Deutsche Krebshilfe die Erfahrungen, die jetzt beim Brustkrebs gesammelt werden, auch für andere Krebserkrankungen nutzten. „Wir werden uns verstärkt in der Versorgungsforschung engagieren. Ziel ist es, die Situation aller krebskranken Menschen nachhaltig zu verbessern“.

Die Ergebnisse der Studie und die Ziele der Deutschen Krebshilfe zur Verbesserung der Versorgungssituation von Brustkrebspatientinnen wurden in der Broschüre „Die an Brustkrebs erkrankte Frau im Medizinbetrieb“ zusammengefasst, die kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe angefordert werden kann.

Info-Kasten Brustkrebs
Jährlich erkranken etwa 46.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs, 18.000 sterben daran. Auf der Liste der krebsbedingten Todesursachen in Deutschland rangiert das Mammakarzinom bei Frauen an erster Stelle. Steht die Diagnose Brustkrebs fest, so ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Im Anschluss bestrahlen die Ärzte die Brust, um die bei einer Operation nicht entfernten Krebszellen zu vernichten. In bestimmten Fällen wenden sie ergänzend eine Chemo- oder Hormontherapie an. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent.

Vorstellung des Brustzentrums der Charité in Berlin

(D.H). – Zahlreiche universitäre Einrichtungen der Charité sind bereits international bekannt und stehen mit den führenden wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der Welt in enger Kooperation.

Die Erkennung und Behandlung von Brusterkrankungen an den Universitätskliniken der Charité zeichnet sich traditionell durch langjährige Erfahrungen und besondere Forschungsschwerpunkte aus.

Warum ein Brustzentrum?

Jährlich werden an der Charité über 5000 Patientinnen mit einer Brusterkrankung ambulant oder stationär in den verschiedenen Einrichtungen betreut sowie über 500 Patientinnen mit neu aufgetretenem Brustkrebs behandelt.

Das Brustzentrum der Charité wurde gegründet, damit Patientinnen von der engen interdisziplinären Zusammenarbeit und den langjährigen Erfahrungen der zahlreichen Spezialisten profitieren.

Das gesamte Angebot von Untersuchungen und Behandlungen von Brusterkrankungen unter dem Dach des Brustzentrums Charité steht an den vertrauten Orten in Berlin Mitte und im Virchow-Klinikum zur Verfügung.

Was ist das Brustzentrum?

Im Brustzentrum Charité werden Frauen mit einer Erkrankung der weiblichen Brust durch erfahrene Spezialisten aller Einrichtungen untersucht und beraten.

Das Brustzentrum steht Patientinnen an beiden Standorten der Charité für die ambulante und stationäre Versorgung zur Verfügung. Die Ambulanzen des Brustzentrums Charité können täglich und in dringenden Fällen auch ohne vereinbarten Termin genutzt werden. Die operative Versorgung erfolgt auf den Stationen 122 (Campus Charité Mitte) und 35 (Campus Virchow-Klinikum).

Von diesen Stationen aus werden die Nachbehandlung sowie alle Aspekte einer ganzheitlichen Betreuung (psychosomatische Betreuung, psycho-onkologische Betreuung, Physiotherapie, Rehabilitation, soziale Integration und Anbindung in Selbsthilfegruppen) in Absprache mit den Patientinnen organisiert.

Im Rahmen gemeinsamer Tumorkonferenzen werden die im Einzelfall optimalen Diagnose- und Therapiekonzepte erarbeitet. Die Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und Instituten wird durch Vereinbarungen im Rahmen einer Zertifizierung gesichert.

Die Charité- Universitätsmedizin Berlin und die Berliner Krankenkassen haben dazu einen Vertrag über ein verbessertes Behandlungsangebot für Brustkrebspatientinnen – Disease Management Programm (DMP) – abgeschlossen: DMP Brustkrebs Berlin.Viele Brustkrebspatientinnen fühlen sich während der Brustkrebsbehandlung allein gelassen und beklagen sich über Defizite in der Versorgung. Das strukturierte Behandlungsprogramm mit dem Namen „DMP Brustkrebs Berlin“, an dem neben der Charité auch niedergelassene Ärzte teilnehmen, verzahnt die Behandlung über die verschiedenen Sektoren in einem interdisziplinären Brustzentrum. Die psychosoziale Betreuung ist fester Bestandteil der Behandlung und wird jeder Patientin angeboten. Die Patientin wird überdies für die gesamte Behandlung im Brustzentrum durch einen festen Ansprechpartner begleitet, der ihr hilft, sich in der schwierigen Situation zurechtzufinden.

Professor Dr. Jens-Uwe Blohmer, Leiter des Brustzentrums Charité, sagte dazu kürzlich:
„Bei der stationären Behandlung kann die Patientin auf die große Erfahrung der Operateure und ein eingespieltes Behandlungsteam vertrauen. Die weitere Behandlung erfolgt so weit wie möglich ambulant in Kooperation mit Vertragsärzten“.

Was leistet das Brustzentrum?

  • Die Patientin findet jederzeit einen menschlich und medizinisch kompetenten Ansprechpartner.
  • Die rasche Abklärung unklarer Befunde durch hochmoderne gerätetechnische Ausstattung (Digitale Mammographie, Hochauflösende 3D-/ 4D- Mammasonographie, Vakuumbiopsie, Magnetresonanztomographie).
  • Eine informative und verständliche Aufklärung und Begleitung beim Diagnoseprozess.
  • Die Einheit von ambulanter und stationärer Behandlung (integrierte Versorgung).
  • Der Einsatz aller notwendigen Therapiemaßnahmen (Brusterhaltende Operationen, Wächter-Lymphknoten-Entfernung, Brust-Aufbau-Operationen, Bestrahlung, Chemotherapie, Hormontherapie, Immuntherapie, Psycho-Onkologie).
  • Die sinnvolle Verknüpfung qualitätsgesicherter Maßnahmen soll die Behandlung von Brusterkrankungen auf höchstem Niveau garantieren.
  • Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden werden bei allen Patientinnen angewandt.

Quelle: Flyer des Brustzentrums Charité

Auskünfte, Beratung und Koordination:

Charité Campus Mitte
Tel.: 030 / 450 527245
Tel.: 030 / 450 564564

Campus Virchow-Klinikum
Tel.: 030 / 450 664062 Koordination
Tel.: 030 / 450 664362
Koordination
Postanschrift:
Campus Berlin Mitte – BrustzentrumSchumannstr. 20/21
10117 Berlin


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