Brachytherapie – schonende und wirksame Therapie des Prostatakarzinoms

HELIOS Agnes Karll Krankenhaus baut Vorreiterrolle bei der minimalinvasiven Behandlung von Prostatakrebspatienten mit der Brachytherapie aus.
Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das Robert Koch Institut weist bis zu 38.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus. Je früher die Erkennung der tückischen Krankheit, beispielsweise im Rahmen der Krebsvorsorge durch den sogenannten PSA-Test erfolgt, desto besser sind die Chancen auf eine vollkommene Heilungsmöglichkeit der Patienten.

100. Brachytherapie in Bad Schwartau

Unter den verschiedenen Therapieoptionen steht in Deutschland zur Zeit noch die operative Entfernung der Prostata an erster Stelle. Ein großer Eingriff, der hinsichtlich der Auswirkungen auf die Potenz und Kontinenz des Mannes erhebliche Risiken birgt, jedoch bisher unumgänglich zu sein schien.

In den letzten Jahren sind enorme Fortschritte in der Diagnostik und Therapie des Prostatakrebses erzielt worden, die wirksame Alternativen zu dieser großen Operation bieten. Neben der externen Bestrahlung und der Ultraschallbehandlung der Prostata, wurde zunächst in Amerika die Einlagerung von 50 bis 100 radioaktiven, beinahe reiskorngroßen Teilchen in die Prostata entwickelt, die dort auch verbleiben. Vorteil dieser, von den Patienten als sehr schonend empfundenen, als LDR – Brachytherapie bzw. „permanente interstitielle Seed-Implantation“ bezeichneten Behandlungsform, ist die kontinuierliche Bestrahlung des kranken Gewebes mit einer geringen Strahlendosis. Die Implantation der Seeds dauert etwa 1 bis 2 Stunden unter Vollnarkose des Patienten. Durch die Halbwertszeit der Seeds baut sich die Strahlung innerhalb von ein bis zwei Jahren vollkommen ab.

Bild: Prof.Dr. Andreas Böhle - Quelle: Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau

Bild: Prof.Dr. Andreas Böhle – Quelle: Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau

In Langzeitstudien, die bisher nur für Amerika vorliegen, wurde bewiesen, dass sich mit dieser wenig belastenden Therapie die gleichen Ergebnisse erzielen lassen, wie mit der radikalen Entfernung der Prostata. Die unangenehmen Nebenwirkungen für die Patienten, wie Impotenz und Harninkontinenz sind im Vergleich jedoch deutlich geringer und die Verweildauer im Krankenhaus im Durchschnitt lediglich zwei Nächte nach dem Eingriff. Eine anschließende mehrwöchige Rehabilitationsbehandlung, wie nach der mit etwa 10 Tagen Verweildauer im Krankenhaus zu Buche schlagenden radikalen Prostataentfernung, ist nicht erforderlich. Somit ist auch aus Kostengesichtspunkten ein deutlicher Vorteil für die Krankenkassen erreichbar.

Das HELIOS Agnes Karll Krankenhaus therapiert Prostatakrebspatienten seit dem Jahr 2003 mit der Brachytherapie und kann bereits auf einen Erfahrungshorizont von über 100 Operationen zurückgreifen, die von den dort als Belegärzten tätigen Urologen Prof. Dr. Andreas Böhle und Dr. Peter Renner durchgeführt wurden.

Zitat Professor Böhle: „Die Seed-Brachytherapie ist eine wirkliche Alternative für die Patienten. Bei gleichen Behandlungsergebnissen deutlich weniger Nebenwirkungen – diese Methode hat sich in den USA durchgesetzt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch sie auch in Deutschland breit eingesetzt wird.“

Bild: Dr. Peter Renner - Quelle: Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau

Bild: Dr. Peter Renner – Quelle: Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau

Zeitgleich hat sich eine sehr aktive „Selbsthilfegruppe Prostata“ gegründet, die sich regelmäßig, einmal im Monat, in den Räumlichkeiten der Klinik trifft, um den Austausch zwischen den Betroffenen zu fördern und als Informationsplattform zu dienen.

Die HELIOS Kliniken GmbH ist einer der großen privaten Träger von Akutkliniken. Derzeit gehören zum Konzern 25 Kliniken, darunter vier Krankenhäuser der Maximalversorgung in Erfurt, Berlin-Buch, Wuppertal und Schwerin. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 19.000 Mitarbeiter bei einer Gesamtkapazität von 9.600 Betten und jährlich 330.000 stationär behandelten Patienten.
Weitere Informationen über das Unternehmen und seine Kliniken erhalten Sie im Internet unter www.helios-kliniken.de

Zur Brachytherapie finden Sie unter www.helios-kliniken.de – Kliniken – Bad Schwartau – Klinikinfos – Klinik Spezial weiterführende Informationen.

Kontakt:Ekkehard Zimmer
Tel: 0451 / 2007-115
Email: ezimmer@badschwartau.helios-kliniken.de

LDR-BRACHYTHERAPIE BEI PROSTATAKARZINOM

Eine schonende Therapieoption näher betrachtet

Eine kurze Einführung
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die Fünf-Jahres-Überlebensraten sind sehr gut – eine frühe Erkennung vorausgesetzt. Das Robert Koch Institut weist bis zu 38.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus. Unter den vielen Therapieoptionen steht die operative Entfernung der Prostata noch immer an erster Stelle. Gerade in letzter Zeit sind enorme Fortschritte erzielt worden, um diese Erkrankung besser und wirkungsvoller zu diagnostizieren und zu behandeln. Eine schonende Therapieoption ist die LDR – Brachytherapie, auch „permanente interstitielle Seed-Implantation“ genannt.

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten

Chirurgie (operative Entfernung der Prostata)
Die radikale Prostatektomie ist die chirurgische Entfernung der Vorsteherdrüse. Die beiden häufigsten Nebenwirkungen dieser Behandlung sind der Verlust der Blasenkontrolle (Inkontinenz) und die Unfähigkeit, eine Erektion zu erhalten (Impotenz).

Strahlentherapie (externe Bestrahlung)
Die Behandlungsdauer umfasst 6-8 Wochen an 5 Tagen in der Woche. Als Nebenwirkungen können auftreten: Probleme beim Wasserlassen und/oder Impotenz aber auch Strahlenschäden am Darm und der Harnblase.

Hormontherapie
Die Hormontherapie verlangsamt das Wachstum der Krebszellen. Unter gewissen Umständen können Hormone zusammen mit der Brachytherapie angewandt werden, um die Prostata und den Tumor schrumpfen zu lassen.

Brachytherapie (spezielle Strahlentherapie)
Die Brachytherapie, auch bekannt als „Seed Implantation“, ist die Implantation von schwach radioaktiven, etwa reiskorngroßen Titanstiften in die Prostata. Bei der Brachytherapie wird eine vorausberechnete Strahlendosis direkt im Organ verabreicht. Dies vermindert das Risiko, dass Gewebe oder Organe um die Prostata herum verstrahlt werden. Während die Strahlung mit der Zeit abnimmt, verweilen die Titanstifte problemlos in der Prostata. Die Brachytherapie kann alleine oder in Kombination mit Hormontherapie und oder Teilkörperbestrahlung durchgeführt werden. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um eine stationäre Behandlung von durchschnittlich 2 Tagen nach Operation. Nach der Implantation kann es bei einigen Patienten zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Diese Beschwerden sind vorübergehend und können ein paar Tage oder Monate nach der Implantation anhalten.

BRACHYTHERAPIE näher betrachtet – Vor der Implantation
Vor einer Seed-Implantation sind zur Indikationsstellung die Bestimmung des PSA Wertes, des Gleason-Scores aus der Gewebeprobe und eine Volumenbestimmung der Prostata mittels transrektalem Ultraschall (TRUS) notwendig. Das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung stellt eine Art „Landkarte“ dar, mit der man die Menge der notwendigen Seeds bestimmen kann (in der Regel 60 bis 120). Sonst sind lediglich die üblichen präoperativen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Implantation
Die Brachytherapie wird als stationäre Behandlung mit kurzer Verweildauer durchgeführt. Die Implantation dauert üblicherweise 1 bis 2 Stunden. Vor der Implantation der Seeds werden schichtweise Ultraschallbilder von der Prostata gemacht um den Bestrahlungsplan zu erstellen. Damit stellt man sicher, dass die Seeds dort eingesetzt werden, wo man sie benötigt. Die Behandlung wird unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt. Der Eingriff erfolgt komplett unter Ultraschallkontrolle. Auf diese Weise kann das Ärzteteam die Platzierung jedes einzelnen Seeds und jeder Nadel verfolgen. Die im Dammbereich eingebrachten Nadeln dienen dann dazu, die Seeds in der Prostata abzulegen. Kontinuierlich verfolgen dabei die Ärzte die Ablage der Seeds und die dynamische Bestrahlungsplanung.

Nach der Implantation
Schon ein bis zwei Tage nach dem Eingriff kann der Patient das Krankenhaus verlassen. Üblicherweise wird er nach ein paar Tagen seinen ganz normalen Alltag erleben können. Bis auf ein paar Kleinigkeiten sind im Weiteren keine besonderen Vorsichtmaßnahmen zu beachten. Sechs Wochen nach der Implantation wird der Strahlentherapeut eine postoperative Dosiskontrolle als qualitätssichernde Maßnahme durchführen. Dazu wird ein CT erstellt, in dem ein sogenannter Seedfinder die Position der Seeds erfasst. Ein Vergleich mit dem intraoperativen Bestrahlungsplan bildet die Qualität der Behandlung ab. Nach der Implantation aller Seeds kann der Arzt anhand einer Röntgenaufnahme die korrekte Ablage der Seeds überprüfen.

Pressemitteilung der Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau


Krebszeitung

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