BioBilanz Spezial 2004

Pressekonferenz über die Priorisierung und ForschungsförderungPressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung

Die BioBilanz, eine gemeinsame Veranstaltung des Aktionszentrums BioTOP Berlin-Brandenburg und dem Biotechnologieverbund Berlin-Brandenburg e.V., stand in diesem Jahr unter dem Motto „Wissenschaft schafft Wirtschaft“. Die Staatssekretäre für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin und Brandenburg, Dr. Hans-Gerhard Husung und Prof. Dr. Markus Karp, eröffneten die Veranstaltung in der Brandenburgischen Landesvertretung in Berlin. Über 250 Teilnehmer informierten sich über Fortschritte und Visionen aus anwendungsorientierten Forschungsfeldern, wie zum Beispiel der Regenerativen Medizin, der Nutrigenomforschung, Biohybrider Technologien und der Tumordiagnostik.

Berlin-Brandenburg – Hauptstadt der Lebenswissenschaften

Prof. Dr. Detlev Ganten verwies auf die Potenziale der Region im Bereich biomedizinischer Forschung. Die Charité, Europas größtes Klinikum, betreut mit rund 3.500 Betten in 70 Kliniken bis zu 125.000 Patienten pro Jahr stationär und bis zu 900.000 ambulant. Die in der Hauptstadtregion ansässige Pharmaindustrie sowie 165 Biotechnologie-Unternehmen und weitere 30 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, fünf Universitäten und vier Fachhochschulen decken von der Grundlagenforschung über die klinischen Forschung bis zur Produktion die gesamte Wertschöpfungskette ab.

„Aufgabe Nr.1 für die Region ist die Bildung eines biomedizinischen Clusters“ so Prof. Dr. G. Stock, Vorstand der Schering AG. Hierbei sind die in Berlin-Brandenburg vorhandenen Netzwerkstrukturen und interdisziplinäre Forschungsverbünde entscheidend. Sie beschleunigen den Technologietransfer und haben mit Fördermitteln der Länder eine in Deutschland einmalige Infrastruktur für Forschung und Entwicklung geschaffen. In den letzten Jahren konnten in der Region mehr als 150 Millionen Euro überregionaler Forschungsmittel für innovative Verbundvorhaben akquiriert werden.: „Ohne die kritische Masse an brillanten Wissenschaftlern und hervorragenden Ideen in den Forschungsinstitutionen der Region wäre die Entwicklung der letzten Jahre nicht denkbar, hier zahlen sich die Investitionen in Wissenschaft und Forschung ohne Zweifel aus – der Erhalt dieser Basis und die dafür erforderliche Akzeptanz in der Öffentlichkeit sind und bleiben eine Herausforderung für alle Beteiligten in Wissenschaft, Biotech-Unternehmen und Politik“ betont Dr. Norbert Gerbsch, Vorsitzender des Biotechnologieverbundes Berlin-Brandenburg e.V. .

Die Entwicklung der biologischen Strukturbiologie in Berlin-Brandenburg ist weltweit einzigartig. Hier weist die Region die allerbesten Voraussetzungen auf, um zu einem der inter­national führenden Zentren zu werden, wie dazu in diesem Jahr der Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel feststellte. Für die Proteinkristallographie im Rahmen der Proteinstrukturfabrik wurde in diesem Jahr das dritte Strahlrohr der Freien Universität am Synchrotron BESSY in Berlin Adlershof fertig gestellt. Das neue Kryoelektronenmikroskop wurde als Kernstück des Ultrastrukturnetzwerks vom MPI für Molekulare Medizin in Betrieb genommen.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region verspricht weiter positiv zu verlaufen. Besonders aufmerksam wurde in Branchenkreisen der Börsengang der Berliner Epigenomics AG im Juli 2004 verfolgt. Das Berliner Diagnostik-Unternehmen, welches Tests auf der Grundlage der DNA-Methylierung entwickelt, ist das erste Unternehmen der Biotechbranche, das nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes den Gang auf das Parkett gewagt hat. Als weiterer Kandidat für einen Börsengang wird die Jerini AG aus Berlin gehandelt.

Das Unternehmen setzt auf das therapeutische Potenzial von Peptiden zur Entdeckung und Entwicklung neuartiger Medikamente und meldet Erfolge aus klinischen Prüfungen mit seinem Wirkstoff Icatibant. Im Juni schloss Jerini eine Finanzierungsrunde mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 31 Millionen Euro ab. Bewegung an den Finanzmärkten zeigen auch weitere Finanzierungsrunden von Unternehmen aus der Region, zum Beispiel bei der Atugen AG, Combinature Biopharm AG und Noxxon Pharma AG. Dr. Kai Bindseil, Leiter von BioTOP, schaut entsprechend optimistisch in die Zukunft: „Wenn es weiterhin gelingt, die vorhandenen Potentiale entlang der Wertschöpfungskette strategisch zu vernetzen und insbesondere die Hochschulmedizin noch stärker integriert wird, entwickelt sich die Biomedizin zu einem Jobmotor für die Region.“

Über BioTOP Berlin-Brandenburg

BioTOP ist im Auftrag beider Länder und der regionalen Industrie Ansprechpartner für alle Belange der Biotechnologie und stellt die zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik/Verwaltung dar. Als Initiative der Technologiestiftung Berlin und gemeinsam mit Partnerorganisationen trägt BioTOP die inhaltliche Verantwortung für das überregionale Standortmarketing sowie die Vertretung regionaler Interessen im Bereich Biotechnologie gegenüber nationalen Projektträgern und der EU.

BioTOP Berlin-Brandenburg
Christina Puhan
Leitung Presse/Öffentlichkeitsarbeit
puhan@biotop.de
www.biotop.de

Über den Biotechnologieverbund Berlin-Brandenburg
Der Biotechnologieverbund dient als Impulsgeber für den Aufbau eines Innovationsnetzwerkes Biotechnologie. In diesem dynamischen Netzwerk übernimmt er koordinierende Funktionen und arbeitet hierbei in enger Kooperation mit BioTOP.

bbb e.V.
Dr. Norbert Gerbsch
gerbsch@biotech-hennigsdorf.de
www.biotechonline.de/bbb/

Pressemitteilung, BioTOP Berlin-Brandenburg, Christina Puhan


Krebszeitung

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