ASCO 2016 – Fortschritt bei spezieller Form von Lungenkrebs

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Phase-III-Studie mit Alecensa (Alectinib) von Roche zeigte bessere Wirksamkeit als Crizotinib bei japanischen Patienten mit bestimmter Art von Lungenkrebs

  • Erste direkte Vergleichsstudie von Alecensa mit Crizotinib bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) 

Wie Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) bekannt gab, hat das Medikament Alecensa® (Alectinib), ein oral verabreichter Hemmstoff der anaplastischen Lymphomkinase (ALK), bei japanischen Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod (progressionsfreies Überleben, PFS) um 66 Prozent reduziert, verglichen mit Crizotinib (Hazard Ratio [HR]=0,34, 99%-KI: 0,17-0,70, p<0,0001). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) wurde bei den Patienten, die mit Alecensa behandelt wurden, noch nicht erreicht (95%-KI: 20,3 Monate-nicht erreicht), während es bei Patienten unter der Therapie mit Crizotinib 10,2 Monate betrug (95%-KI: 8,2-12,0). Dies waren die Resultate einer vorgegebenen Zwischenanalyse der Phase-III-Studie J-ALEX bei Patienten, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden. In der Gruppe mit Alecensa traten weniger Nebenwirkungen als in der Crizotinib-Gruppe auf. Das Sicherheitsprofil von Alecensa entsprach dem in früheren Studien, und es gab keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen.

„Dies ist die erste klinische Studie, die zeigt, dass die Patienten mit Alecensa länger ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung lebten als mit Crizotinib“, so Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiterin der globalen Produktentwicklung. „Wir halten diese Wirksamkeits- und Sicherheitsresultate für einen klinisch bedeutsamen Fortschritt für Patienten mit ALK-positivem Lungenkrebs und werden diese Daten mit den Gesundheitsbehörden, einschliesslich der FDA in den USA, erörtern.“

Die offizielle Vorstellung der J-ALEX-Daten findet am Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am Montag, 6. Juni 2016, von 12:09 bis 12:21 Uhr Ortszeit statt (Abstract Nr. 9008).

Alecensa erhielt im Dezember 2015 von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) die beschleunigte vorläufige Zulassung für die Behandlung von Patienten mit ALKpositivem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib weiter fortschritt oder die Crizotinib nicht vertragen. Zurzeit läuft die weltweite randomisierte Phase-III-Studie ALEX zum Vergleich von Alecensa mit Crizotinib als Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, deren Tumor mit dem von Roche Tissue Diagnostics entwickelten immunhistochemischen (IHC) Begleittest VENTANA ALK (D5F3) CDx Assay als ALK-positiv charakterisiert wurde. Diese Studie ist Teil des Engagements von Roche, die aktuelle vorläufige Zulassung für Patienten mit ALK-positivem metastasierendem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib fortschreitet oder die Crizotinib nicht vertragen, in eine reguläre Zulassung als Initialtherapie umzuwandeln.

Über die Studie J-ALEX

Die von Chugai durchgeführte Studie J-ALEX ist eine offene, randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Alecensa und Crizotinib bei Patienten in Japan. Die Studie J-ALEX rekrutierte 207 Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenem oder rezidivierendem NSCLC, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt worden waren. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 in die Gruppe mit Alecensa oder die Crizotinib-Gruppe randomisiert. Die Studie ergab folgende Resultate:

  • Alecensa reduzierte das Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod (PFS) um 66 Prozent, verglichen mit Crizotinib (HR=0,34, 99%-KI: 0,17–0,70, p<0,0001).
  • Das mediane PFS wurde in der Gruppe mit Alecensa noch nicht erreicht (95%-KI: 20,3 Monate-nicht erreicht), während es in der Crizotinib-Gruppe 10,2 Monate betrug (95%-KI: 8,2–12,0).
  • Nebenwirkungen der Grade 3-4 traten in der Crizotinib-Gruppe häufiger auf als in der Gruppe mit Alecensa (51 Prozent gegenüber 27 Prozent).
  • Die häufigste Nebenwirkung, die unter Alecensa mit einer Häufigkeit von > 30 Prozent auftrat, war Verstopfung (36 Prozent). Die häufigsten Nebenwirkungen unter Crizotinib waren Übelkeit (74 Prozent), Durchfall (73 Prozent), Erbrechen (59 Prozent), Sehstörungen (55 Prozent), Geschmacksveränderung (Dysgeusie; 52 Prozent), Verstopfung (46 Prozent) und ein Anstieg der Leberenzyme Alanintransaminase (ALT, 32 Prozent) und Aspartattransaminase (AST, 31 Prozent).

Über Alecensa (Alectinib)

Alecensa (RG7853/AF-802/RO5424802/CH5424802) ist ein oral anwendbares Medikament, das aus den Chugai Kamakura Research Laboratories stammt und für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), deren Tumore als ALK+ identifiziert werden, entwickelt wird. Ein ALK+ NSCLC wird oft bei jüngeren Patienten diagnostiziert, die wenig oder überhaupt nicht geraucht haben. Es findet sich fast immer bei Patienten mit einem Adenokarzinom, einer bestimmten Art von NSCLC. Alecensa ist in den USA zur Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem (metastasierendem) ALK-positivem NSCLC zugelassen, deren Erkrankung unter der Behandlung mit Crizotinib weiter fortschritt oder die Crizotinib nicht vertrugen.

In den zwei Phase-II-Schlüsselstudien NP28761 und NP28673 liess Alecensa bei bis zu 44 Prozent der Patienten mit ALK-positivem NSCLC, deren Erkrankung unter Crizotinib fortschritt, die Tumoren schrumpfen. Ausserdem zeigte Alecensa eine Aktivität in Hirnmetastasen, was darauf hindeutet, dass das Medikament möglicherweise im Gehirn aufgenommen wird. Das Gehirn wird von der Blut-Hirn-Schranke geschützt – einem Netzwerk von eng miteinander verbundenen Zellen, die das Innere der Blutgefässe im Gehirn und im Rückenmark auskleiden. Einer der Mechanismen, mit dem die Blut-Hirn-Schranke das Eindringen von Molekülen in das Gehirn verhindert, besteht darin, die Stoffe aktiv aus der Blut-HirnSchranke auszuschleusen. Dieser Prozess wird als ‘active efflux’ (aktive Ausschleusung) bezeichnet. Das aktive Ausschleusungssystem erkennt Alecensa jedoch nicht, sodass das Medikament in das Hirngewebe eindringen und sich dort verteilen könnte.

In den weltweiten Phase-III-Studien mit Alecensa wird auch ein von Roche Diagnostics entwickelter diagnostischer Begleittest geprüft. Alecensa wird in Japan von Chugai Pharmaceutical, das zur RocheGruppe gehört, vermarktet.

Über Roche und Lungenkrebs

Lungenkrebs ist ein Schwerpunkt der Forschung und Investition von Roche, und wir setzen uns dafür ein, neue Therapieansätze, Medikamente und Tests zu entwickeln, die Patienten mit dieser tödlichen Erkrankung helfen können. Unser Ziel ist eine wirksame Behandlungsmöglichkeit für jeden Patienten mit Lungenkrebs. Wir verfügen bereits über drei zugelassene Medikamente zur Behandlung bestimmter Formen von Lungenkrebs und erforschen mehr als zehn weitere Medikamente, die sich gezielt gegen die häufigsten genetischen Treiber von Lungenkrebs richten oder das Immunsystem zur Bekämpfung der Erkrankung stimulieren

Pressemitteilung der Roche Pharma AG


Krebszeitung

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