Ärztliche Leitlinien zur Hautkrebsprävention

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Wissenschaftlich begründete Empfehlungen zur Patientenaufklärung erschienen.

Bonn/Hamburg/Berlin, 14. Februar 2014. Hautkrebs gehört zu den weltweit häufigsten Tumorarten. Doch kaum eine andere Krebsart lässt sich besser durch Prävention vermeiden. Nun ist erstmals eine Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs erschienen, die Ärzte bei der Patientenaufklärung unterstützen soll. „Eine Leitlinie, die sich auf höchstem wissenschaftlichen Niveau mit der Prävention, sowohl der Ursachenvermeidung als auch der Früherkennung, bei einer bestimmten Krebsart auseinandersetzt ist völlig neu“, erklärt Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und Koordinator der Leitliniengruppe Hautkrebsprävention. Eine Bürgerinformation auf der Grundlage der Leitlinie Hautkrebsprävention sei ebenfalls geplant. „Ziel ist es, Ärzten und Bürgern wissenschaftlich begründete, praktikable Präventionsempfehlungen an die Hand zu geben, die zu einer Verbesserung der Gesundheit dienen und zur Lebensqualität beitragen. Generelle Empfehlungen zur Aufklärung der Öffentlichkeit über Hautkrebsrisiken sind ebenfalls enthalten.“

In Deutschland erkranken jährlich rund 234.000 Menschen an Hautkrebs, davon etwa 28.000 am Malignen Melanom, dem bösartigen Schwarzen Hautkrebs, 136.000 an einem Basalzellkarzinom und 69.500 an einem Plattenepithelkarzinom, dem weißen Hautkrebs (Quelle: Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.). Hauptursache für einen Hauttumor ist übermäßige UV-Strahlung – ein Risiko, dass sich vermeiden lässt. „Leitlinien sind ein wesentliches Instrument zur Steigerung der Qualität der Information und medizinischen Versorgung. Sie tragen dazu bei, Informationen und ärztliche Entscheidungen auf höchstmöglichem Niveau, also nach aktuellsten medizinischen und wissenschaftlichen Kenntnissen, weitgehend zu standardisieren“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „. Die Leitlinie Hautkrebsprävention schließt eine Lücke im Gesundheitssystem.“ Die Deutsche Krebshilfe hat die Erstellung der Leitlinie im Rahmen ihres Leitlinienprogrammes Onkologie mit 355.000 Euro gefördert.

Die Leitlinie Hautkrebsprävention ist eine sogenannte S3-Leitlinie. Sie entspricht den höchsten, international einheitlich definierten Ansprüchen an eine Leitlinie. Erstmals wurden hierbei die Methoden, mit denen sonst der aktuelle Wissensstand hinsichtlich Diagnostik und Therapie einer Erkrankung bewertet wird, auf die Krebsprävention übertragen. Dort, wo die Studienlage keine eindeutige Bewertung zuließ, enthält die Leitlinie Empfehlungen auf der Basis eines Expertengremiums aus Fachärzten und Patientenvertretern. „Wir erhoffen uns von diesem systematischen Vorgehen eine Qualitätsverbesserung im Bereich der Hautkrebsprävention“, kommentiert Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft das Erscheinen der Leitlinie. Eine Bürgerinformation auf der Grundlage der S3-Leitlinie ‚Hautkrebsprävention‘ ist ebenfalls geplant.

Das Leitlinienprogramm Onkologie
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und die Deutsche Krebshilfe e.V. haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.

Die Deutsche Krebsgesellschaft
Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) ist mit zirka 7000 Mitgliedern das größte onkologische Experten-Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Ziel ihrer fachübergreifenden Arbeit ist eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Versorgung und die Sicherstellung von Innovation in der modernen Krebsmedizin. Wichtige Säulen sind dabei die Organkrebszentren und Onkologischen Zentren, die die beteiligten Fachdisziplinen zu einer engen Kooperation verpflichten. Die DKG hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, durch Zertifizierung die Qualität der Krebsversorgung zu überprüfen, damit die Betroffenen sicher sein können, nach bestem Kenntnisstand behandelt zu werden.

Die Deutsche Krebshilfe e.V.
Die Deutsche Krebshilfe wurde am 25. September 1974 von Dr. Mildred Scheel gegründet. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ fördert die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung, einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Die Deutsche Krebshilfe ist der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. Bisher hat die Organisation insgesamt rund 5,8 Millionen Euro für das Leitlinienprogramm Onkologie aufgewendet.

Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V.
Der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. gehören Experten aus dem gesamten Bundesgebiet an. Ziel der ADP ist es, den Gedanken der Dermatologischen Prävention auf breiter Basis sowohl medizinischen Laien als auch Ärzten und Wissenschaftlern nahezubringen. Neben wissenschaftlichen (nationalen und internationalen Forschungs-) Projekten führt die ADP auch Maßnahmen der Aufklärung und Veranstaltungen durch.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Sigrid Altdorf,
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V.,
Cremon 11,
20487 Hamburg,
Telefon 040 209 13 134,
Fax 040 209 13 161;
E-Mail: saltdorf@gmx.de
www.unserehaut.de


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