Vereinbarung zur Protonentherapie mit Uniklinik Carl Gustav Carus Dresden geschlossen

Berlin - Versicherte der Ersatzkassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER GEK, DAK-Gesundheit, KKH Kaufmännische Krankenkasse und Handelskrankenkasse (hkk) können sich ab sofort bei bestimmten schweren Krebserkrankungen auch in Sachsen mit Protonentherapie behandeln lassen. Dies regelt ein Vertrag des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Die neuartige Strahlenbehandlung kommt insbesondere Patienten mit Tumoren in empfindlichen Geweberegionen zugute, wie zum Beispiel Kopf, Becken oder Wirbelsäule. Profitieren können von der Behandlung vor allem Betroffene, deren Erkrankung anderweitig nur schwer therapierbar ist. Auch für Kinder mit seltenen Krebserkrankungen kann die Bestrahlung mit Protonen eine Therapiealternative darstellen.

„Den Versicherten der Ersatzkassen neue, innovative aber auch sichere Behandlungsmethoden anzubieten, ist uns ein besonders wichtiges Anliegen. Wir sind froh, mit dem neuen Vertrag unser Angebot in diesem fortschrittlichen Verfahren ausweiten zu können“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Die Behandlungen erfolgen in Studien unter Beteiligung interdisziplinär besetzter Tumorboards. Auf diese Weise kann eine höchstmögliche Qualität bei der Therapie sichergestellt werden.

Die Protonenstrahlung kann auch tief im Körper liegende Tumore mit einer ausreichend hohen Strahlendosis erreichen. Zudem können Protonenstrahlen höchst präzise auf den Tumor gelenkt werden, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird. Die Ersatzkassen haben Verträge zur Protonentherapie bereits mit den Unikliniken Essen und Heidelberg abgeschlossen. Die neuartige Therapie ist nur bei ausgewählten Erkrankungen und an spezialisierten Zentren vorgesehen, da sie unter anderem extrem hohe Anforderungen an die Expertise der Ärzte bei der Bestrahlung stellen.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen mehr als 26 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

  • Techniker Krankenkasse (TK)
  • BARMER GEK
  • DAK-Gesundheit
  • KKH Kaufmännische Krankenkasse
  • Handelskrankenkasse (hkk)
  • HEK – Hanseatische Krankenkasse

* (sortiert nach Mitgliederstärke)

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist die Nachfolgeorganisation des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK), der am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)" in Eisenach gegründet wurde. In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 320 sowie weiteren 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.


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Berlin/Leipzig, 26.04.2016. Das deutsche Früherkennungsprogramm für Brustkrebs setzt ganz auf die Mammographie. Doch diese Methode hat nicht zuletzt bei Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe Grenzen: Je dichter die Brust, desto schwieriger wird es, bösartige Tumore zu erkennen. MRT-, Ultraschall-, und Tomosynthese-Untersuchungen, aber auch neue Methoden wie die dreidimensionale Cone-Beam-Brust-CT können dazu beitragen, die Brustkrebs-Früherkennung und die Abklärungsdiagnostik zielgerichteter zu gestalten und besser auf individuelle Gegebenheiten abzustimmen. Neue Erkenntnisse hierzu bringt der 97. Deutsche Röntgenkongress, 4. bis 7. Mai 2016 in Leipzig.

Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft
Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft

Die Mammographie ist beim deutschen Brustkrebs-Screening-Programm derzeit die universell eingesetzte Methode, um verdächtige Strukturen in der Brust zu entdecken. Diese werden dann bei Bedarf in einem zweiten Schritt im Rahmen der so genannten Abklärungsdiagnostik unter Einsatz weiterer bildgebender Methoden sowie mit Hilfe von Nadelbiopsien genauer untersucht.

Das standardisierte Vorgehen hat viele Vorteile, es wird aber nicht jeder Frau gerecht: „Die Methode hat Grenzen bei Frauen mit dichtem Brustgewebe. Hier zeigen Studien, dass der Mammographie von 100 bösartigen Tumoren etwa 40 entgehen“, betont Dr. Susanne Wienbeck, Radiologin am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Brustzentrum der Universitätsmedizin Göttingen. Wienbeck und andere Radiologen, die sich mit der Brustkrebsdiagnostik beschäftigen, plädieren deswegen für eine individualisiertere Herangehensweise an das Screening, um die Trefferquote zu erhöhen und damit die Erfolgsraten des Screenings insgesamt zu verbessern.

Kegelstrahl-CT: Modernes Screening-Verfahren in den Startlöchern?

Dazu gehört auch, dass andere Methoden für das Screening oder die Abklärungsdiagnostik evaluiert werden. Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) und dem Ultraschall stehen bereits zwei Methoden zur Verfügung, die in Kombination mit der Mammographie bei dichtem Brustgewebe die Brustkrebsentdeckungsrate deutlich verbessern können. Sie haben aber auch Nachteile: Die MRT ist vergleichsweise teuer und längst nicht universell verfügbar. Und der Ultraschall ist personalaufwändig und stark abhängig von der Erfahrung des Untersuchers.

Eine weitere interessante Methode, die wie die Mammographie Röntgenstrahlen nutzt, ist die Tomosynthese. „Für dieses Verfahren wurde bereits im norwegischen Screeningprogramm gezeigt, dass in Kombination mit der Mammographie die Tumorentdeckungsrate gesteigert werden kann “, so Wienbeck. Die Radiologin berichtet jetzt beim Deutschen Röntgenkongress über eine Weiterentwicklung der Tomosynthese, die so genannte Kegelstrahl („Cone-Beam“)-Brust-CT. Dieses Verfahren ermöglicht, anders als die Tomosynthese, tatsächlich die Gewinnung eines dreidimensionalen Datensatzes.

Die Kegelstrahl-Brust-CT hat einige Vorteile, die die Methode künftig zu einer interessanten Option in der Brustkrebs-Früherkennung machen könnte. Zum einen lassen sich verdächtige Strukturen dank der dreidimensionalen Bildakquise präziser in allen Raumrichtungen lokalisieren. Zum anderen lassen sich Befunde sofort über eine Gewebeentnahme abklären, was den betroffenen Frauen tagelange Ungewissheit erspart. Die Methode ist für die Frauen auch angenehmer als die Mammographie, weil die Brust bei der Untersuchung nicht komprimiert werden muss.

Hohe Erkennungsraten in Pilotstudie

Technologisch stehen die Göttinger damit ganz weit vorn: „Weltweit gibt es nur sieben derartige Geräte, und wir sind in Europa die einzigen, die diese Technologie in der Brustkrebsdiagnostik einsetzen“, betont Wienbeck. Dabei arbeitet die Oberärztin mit Professor Uwe Fischer zusammen, in dessen Praxis das neue Gerät steht. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie topaktuelle Forschung in enger Kooperation zwischen Universität und niedergelassenen Kollegen stattfinden kann“, sagt Professor Joachim Lotz, Leiter der Radiologie am Universitätsklinikum Göttingen.

Für ihre Pilotstudie hat die Radiologin über 100 Patientinnen mit der Kegelstrahl-Brust-CT untersucht, darunter sowohl Frauen mit bösartigen Krebserkrankungen als auch solche mit gutartigen Befunden. „Das wichtigste Ergebnis ist, dass wir mit dieser neuen Methode einen sehr hohen Anteil der bösartigen Tumoren erkennen können“, so Wienbeck. Auch bei dieser Methode gibt es aber eine gewisse Abhängigkeit von der Dichte der Brust: Die Erkennungsraten sind bei dichtem Brustgewebe geringer. Hier lässt sich die Detektionsrate durch eine Kontrastmittelgabe verbessern. Wie sich die Kegelstrahl-CT im Vergleich zur Mammographie schlägt, soll jetzt in einer größeren klinischen Studie evaluiert werden, für die die Göttinger mit Kollegen aus Norwegen und Berlin kooperieren.

Insgesamt sieht Wienbeck die Brustkrebsdiagnostik derzeit auf einem Weg, den die Bildgebung auch bei anderen Organen bereits beschritten hat. „Wir haben die konventionelle Film-Folien-Mammographie durch die digitale Mammographie ersetzt und gehen jetzt mit dem Einsatz von CT-Verfahren in die dritte Dimension. Das ist beim Brustkrebs noch ein neues Feld. Aber wir wissen aus anderen Bereichen wie etwa der Lungenkrebsdiagnostik, dass wir damit sehr viel besser werden.“

Pressemitteilung von der Deutschen Röntgengesellschaft e.V.
Dr. Hans-Georg Stavginski | Anne-Katrin Hennig


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Berlin, 22. April 2016 – Pro Jahr erkranken circa 15.000 junge Frauen und Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Dabei werden die jungen Erwachsenen mit weit mehr als den unmittelbaren medizinischen Problemen konfrontiert.

Es entstehen besondere soziale und finanzielle Problemlagen, das Armutsrisiko ist signifikant erhöht. Im Rahmen der 7. Berliner Stiftungswoche diskutierten Mediziner aus dem Bereich der Onkologie, Sozial- und Rehabilitationsmedizin, Politiker aus dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages sowie Patientinnen und Patienten unter der Überschrift "Jung, an Krebs erkrankt und von Armut bedroht?“ im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin. Darüber hinaus stellte die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs das bundesweit einzigartige "JUNGE KREBSPORTAL" vor.

"Die Krebserkrankung nahm mir die Kontrolle über meine Zukunft", fasste eine junge Patientin auf der Podiumsdiskussion zum Thema "Jung, an Krebs erkrankt und von Armut bedroht?"der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs Mittwoch (20.4.2016) im ARD-Hauptstadtbüro in Berlin ihre Situation zusammen. "Die diesjährige Stiftungswoche steht unter dem Motto 'Von der Würde des Menschen'. Warum machen wir mit? Junge Krebspatienten geraten schnell in soziale und finanzielle Schieflagen. Lücken und Härten im Gesundheitssystem, der Abbruch von Ausbildung, Beruf oder Studium – all das kann schnell zu einer tatsächlichen Verarmung führen", erklärt Prof. Dr. med. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.

Dabei, so Freund, sei Armut nie nur eindimensional. Armut hat existentielle Folgen und kann darüber hinaus aber auch zu sozialer Ausgrenzung führen. "Und wenn wir von Armut sprechen, müssen wir auch von Würde reden", so Freund weiter.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs beteiligt sich auch in diesem Jahr an der nunmehr 7. Berliner Stiftungswoche. Vom 19. bis 29. April 2016 machen mehr als 100 in der Hauptstadt ansässige Stiftungen mit verschiedenen Veranstaltungen und Projekten auf ihr nachhaltiges und wirkungsvolles bürgerschaftliches Engagement aufmerksam.

An der in direkter Nachbarschaft des Bundestages stattfindenden Diskussionsrunde der bundesweit tätigen Stiftung nahmen junge Patientinnen und Patienten, die an Krebs erkrankt sind und mit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs zusammenarbeiten, sowie Expertinnen und Experten, wie Prof. Dr. med. Mathias Freund, Priv.-Doz. Dr. med. Ulf Seifart, Chefarzt der DRV-Klinik "Sonnenblick" in Marburg, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung sowie wissenschaftlicher Leiter des Projektes JUNGES KREBSPORTAL der Stiftung und Tino Sorge, MdB, ordentliches Mitglied im Ausschuss Gesundheit des Deutschen Bundestages, Berichterstatter für Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsforschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, teil. Die bekannte Fernsehmoderatorin und Journalistin des Rundfunks Berlin-Brandenburg Britta Elm leitete die Runde. Gemeinsam mit dem Publikum diskutierten deren Teilnehmer über die Verbesserung der Situation von Krebspatientinnen und -patienten dieser speziellen Alterskohorte und zeigten konkrete Lösungsansätze auf.

"Erkrankte sollten sich zunächst ausschließlich ihrer Heilung widmen können und sich nicht Gedanken über soziale und berufliche Stigmatisierung oder wirtschaftliche Schwierigkeiten machen müssen. Dies bedingt verstärkt auch psychoonkologische Betreuungsangebote sowie Unterstützungshilfen, z.B. in berufs-, kranken- und renten-rechtlichen Fragen", sagt der Bundestagsabgeordnete Sorge und ergänzt: "Gleichzeitig müssen Forschungsanstrengungen, aber auch unsere sozialen Sicherungs- und Informationssysteme, junge Krebserkrankte stärker in den Fokus rücken. Über die psychischen und physischen Belastungen hinaus, stellt eine Krebserkrankung junge Patienten gerade im Hinblick auf die familiäre und berufliche Lebensplanung vor zusätzliche Herausforderungen. Wir brauchen neben einer offensiveren öffentlichen Debatte umfassendere Unterstützungsangebote für diese Patientengruppe."

Die Diagnose Krebs bedeutet für junge Menschen eine mehrfache existenzielle Bedrohung – nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell und sozial. Die Auswirkungen der durch die Krebserkrankung erzwungenen Unterbrechung von Ausbildung oder Studium spielen eine sehr große Rolle. Das Bedürfnis, nach der Erkrankung in den Arbeitsmarkt zurückzukehren oder überhaupt erst aufgenommen zu werden, ist immens.

"Wenn man vorher nicht schon ausgebildet war oder gearbeitet hat und damit mindestens zwei Jahre in die Rentenversicherung einzahlte, ist man ziemlich 'aufgeschmissen'. Und der Weg zurück zu den Eltern fällt vielen schwer – wenn er überhaupt möglich ist. Sollte man vor dem Studium schon in die Rente eingezahlt haben, scheuen sich viele, diese zu beantragen, da bei einem positiven Krankheitsverlauf die Rückkehr in den Arbeitsmarkt deutlich schwieriger ist", betont ein junger Patient aus eigener Erfahrung.

In der Podiumsdiskussion wurde auch das bundesweit einzigartige JUNGE KREBSPORTAL der Stiftung, das im November 2015 eröffnet wurde, präsentiert. Sozialmedizinerinnen und -mediziner bieten den jungen Betroffenen im Online-Chat, telefonisch oder im persönlichen Gespräch schnelle, unkomplizierte, kompetente und kostenlose Antworten auf Fragen aus ihrem privaten und beruflichen Alltag im Umfeld der Krebserkrankung. (www.junges-krebsportal.de) "Zu den Problemen und besonderen Bedürfnissen von jungen Erwachsenen mit Krebs gibt es in Deutschland viel zu wenig systematische Untersuchungen. Daher wird die Stiftung hier Pionierarbeit leisten, die Forschung in diesem Bereich fördern und so die überfälligen gesundheitspolitischen Debatten anstoßen. Wir werden konkrete Forderungen aufstellen und so dazu beitragen, bestehende Versorgungslücken zu schließen", erklärt Freund.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist im Juli 2014 von der DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. gegründet worden. Ihre Arbeit ist als gemeinnützig anerkannt und wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Junge krebskranke Erwachsene benötigen eine spezielle medizinische Behandlung und Versorgung. Die Stiftung setzt sich für die Verbesserung der Therapiemöglichkeiten und der Nachsorge junger Krebspatientinnen und -patienten ein und ist gleichzeitig Ansprechpartner für Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Unterstützer und die Öffentlichkeit.

Spendenkonto der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs:
Postbank, IBAN: DE57 1001 0010 0834 2261 04, BIC: PBNKDEFF

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Kinderhaut schützen!

Susanne Klehn: Schutz vor Hautkrebs muss bei den Kleinsten beginnen

Cover Flyer: Clever in Sonne und Schatten - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Cover Flyer: Clever in Sonne und Schatten - Quelle: Deutsche Krebshilfe

Bonn (sts) – Im Freibad, auf dem Spiel - und Sportplatz oder am Strand: Der An- blick von Kindern mit Sonnenbrand ist an diesen Orten keine Seltenheit. Experten warnen vor den Folgen. Denn jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko in späteren Jahren.

Das Projekt „Clever in Sonne und Schatten“ der Deutschen Krebshilfe unterstützt daher Eltern, Kitas und Schulen durch kostenlose Informations - und Aktionsmaterialien dabei, bereits die Jüngsten zu richtigem Sonnenverhalten anzuleiten. Es wurde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, der Universitäts - Hautklinik Köln, dem Zentrum für Molekulare Medizin der Universität zu Köln sowie dem Präventionszentrum des Universitäts KrebsCentrums Dresden erarbeitet.

Susanne Klehn, RTL - Moderatorin und selbst Hautkrebspatientin , engagiert sich als Botschafterin für das Projekt. Sie ist zudem das Gesicht der derzeitigen bundesweiten Plakat - und Onlinekampagne der Deutschen Krebshilfe , die zu mehr UV - Schutz aufruft.

Wie wichtig Sonnenschutz bei Kindern ist, zeigen die neuen Zahlen der Hautkrebs- fälle, die sich in den letzten 40 Jahren vervierfacht haben: Fast 265 . 000 Menschen erkranken derzeit bundesweit jährlich neu an einem Tumor der Haut, mehr als 30 . 000 davon am gefährlichen malignen Melanom. Die RTL - Moderatorin Susanne Klehn erhielt selbst mit 27 Jahren die Diagnose Hautkrebs.

„Aus eigener Erfahrung verhalte ich mich heute vorsichtiger in der Sonne. Dazu möchte ich auch andere motivieren“, betont Susanne Klehn, Botschafterin der Deutschen Krebshilfe für Hautkrebsprävention.

Kinderhaut ist ganz besonders empfindlich. „Die in der Kindheit und Jugend erwor- benen UV - Schäden der Haut sind maßgeblich für das spätere Entstehen von Haut- krebs verantwortlich “, sagt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Ar- beitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP).

„Die UV - empfindlichen Stammzellen liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche als bei Erwachsenen und sind somit UV - Strahlen stärker ausgesetzt“, so Breitbart. Auch das „Alarmsignal“ Sonnenbrand tritt bei Kindern sehr viel später auf als bei Erwachsenen. Die Haut ist dann bereits geschädigt. Kann das körpereigene Reparatursystem dies nicht selbst beheben, entsteht Jahre später Hautkrebs.

Hans - Peter Krämer „Wir Kinder - und Jugendärzte haben eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht , Eltern Neugeborener über richtigen UV - Schutz für ihren Nachwuchs aufzuklären“, sagt Dr. Hubert Radinger, Obmann des Berufsverbandes der Kinder - und Jugendärzte e.V. (BVK) in Bonn und Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin.

„Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, UV - Schutz als festen Be- standteil in die Beratung der U5 - Untersuchung für Säuglinge aufzunehmen, ver- deutlicht den Stellenwert der Prävention von Hautkrebs von Beginn des Lebens an . Noch besser wäre es, eine Beratung zu UV - Schutz in allen Vorsorgeuntersu- chungen bis zum Jugendalter festzuschreiben “ .

„UV - Schäden und Sonnenbrände können durch richtigen Sonnenschutz einfach vermieden werden“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deut- schen Krebshilfe. Bei Kindern gelte es in erster Linie, starke Sonnenbestrahlung zu vermeiden. Sonnengerechte Kleidung sowie richtig aufgetragene Sonnen- schutzmittel böten zusätzlichen Schutz. Wie dies im Alltag und Urlaub gelingen kann, zeigt das Projekt „Clever in Sonne und Schatten“. Es knüpft, wie im aktuellen Präventionsgesetz festgeschrieben, an die „Lebenswelten“ der Menschen an: Das Projekt bietet Kindergärten und Grundschulen spielerische Aktionsmaterialien wie beispielsweise die Geschichte vom Sonnenclown Zitzewitz oder Experimentideen mit UV - Perlen, die sich verfärben, wenn UV - Strahlen auf sie treffen. „Sonnenschutz mit Clown Zitzewitz macht Kindern Spaß und bleibt ihnen in Erin- nerung. Das zeigen unsere Erfahrungen in Sachsen. In den letzten fünf Jahren haben wir in über 300 Zitzewitz - Theatervorstellungen insgesamt mehr als 15.000 Kindern Wissen zum richtigen Schutz vor Sonnenstrahlung vermittelt“ , sagt Dr. Friederike Stölzel vom „Sonnenschutz Clown - Projekt“ des Universitäts KrebsCent- rums Dresden .

„Kinder sind neugierig und haben einen enormen Wissensdrang. In unserem Sonnenbus können sie spielerisch, kreativ und experimentell auf eine spannende und verständliche Weise die positiven und negativen Auswirkungen von UV - Strahlen erlernen“, so Dr. Debora Grosskopf - Kroiher vom „Die Sonne und Wir. Projekt Sonnenbus“ des Zentrums für Molekulare Medizin , Köln. Ein neues Präventionsfaltblatt bietet Eltern Hintergrundinformationen und praxis-taugliche UV - Schutztipps für Alltag und Urlaub. Das Faltblatt mit dem Titel „Clever in Sonne und Schatten. Gut geschützt vor UV - Strahlen“, eine laminierte UV - Checkliste, die Sonnengeschichte vom Clown Zitzewitz sowie weitere Aktions - und Informationsmaterialien können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe oder unter www.krebshilfe.de bestellt werden.

Ergänzt werden diese Aktivitäten durch eine bundesweite Online - und Plakatkam- pagne der Deutschen Krebshilfe , die durch die Ströer Media Deutschland AG unter- stützt wird. Auf „Mega - Lights“ und „City - Light - Postern“ richtet Susanne Klehn in den kommenden Wochen ihren Appell an die Bevölkerung: „Schütz‘ deine Haut. Du hast nur die eine.“

Interviewpartner auf Anfrage!

Bonn, 21. April 2016


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Das Prostatakarzinom ist der zweithäufigste Tumor des Mannes. Ein neues, zielgerichtetes nuklearmedizinisches Verfahren kann wichtige Hinweise über die Ausdehnung dieser Tumorerkrankung geben und somit entscheidend zu ihrer genauen Diagnose beitragen. Mit diesem Verfahren können zudem bei der Therapie von Prostatakrebs bereits große Erfolge verbucht werden.

Voraussetzung jeder Tumortherapie ist eine präzise Bildgebung, mit der auch kleine Tumore exakt dargestellt, ihr Verhältnis zu anatomischen Nachbarstrukturen sicher definiert und Fernmetastasen ausgeschlossen werden können. Beim Prostatakrebs existiert in diesem Bereich jetzt ein neues, zielgerichtetes nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem das prostataspezifische Membran-Antigen (PSMA) mittels einer PET/CT-Untersuchung dargestellt werden kann. Bei PSMA handelt es sich um einen Eiweißkörper, der auf der Zelloberfläche von Prostatakarzinomzellen verstärkt zu finden ist, im übrigen Körper hingegen kaum vorkommt.

Durch Bindung einer schwach radioaktiv markierten Substanz an diesen Eiweißkörper besteht nun die Möglichkeit, Tumore sehr genau sichtbar zu machen. Dies geschieht mittels einer PET/CT-Untersuchung, der Kombination des bildgebenden nuklearmedizinischen Diagnoseverfahrens der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der in der Röntgendiagnostik verwendeten Computertomographie (CT). Bereits kleinste Ansammlungen von Prostatakrebszellen können durch dieses Verfahren dargestellt werden, so dass selbst kleine Tumorherde nachgewiesen und damit wichtige Erkenntnisse über die Ausdehnung der Tumorerkrankung gewonnen werden. Diese verbesserte Diagnostik hat zudem positive Auswirkungen auf die chirurgische und radioonkologische Behandlung und damit den weiteren Krankheitsverlauf des Patienten.

Aber auch bei der Therapie von Prostatakrebs kann mit dem neuen Verfahren gearbeitet werden: Wird der Wirkstoff PSMA mit einem stark strahlenden therapeutischen Radionuklid markiert, können die Krebszellen gezielt vernichten werden. Tumorzellen, die das Zielmolekül PSMA tragen, nehmen das Radiopharmakon auf und zerstören die Zelle gezielt von innen. Das übrige Gewebe wird nicht angegriffen. Untersuchungen nach einer PSMA-Therapie zeigten, dass Metastasen kleiner wurden oder gar nicht mehr nachweisbar waren. Besonders für Patienten mit dem schwierig zu behandelnden, hormonresistenten Prostatakarzinomen ist diese Therapie eine vielversprechende Alternative.

Prostatakrebs ist ein Schwerpunktthema auf der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2016. Die Tagung findet vom 20. bis 23. April in Dresden statt. Die Kombination aus Kongress, für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung bietet eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2016 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2016 stehen auf der Kongresshomepagehttp://www.nuklearmedizin2016.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.
______________________________________
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de


Weitere Informationen:

http://www.nuklearmedizin2016.de - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2016
http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., DGN e.V., 15.04.2016


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Häufiger aggressive Tumorvorstufen bei Älteren

Seit Einführung der qualitätsgesicherten und flächendeckenden Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland durch digitales Mammographie-Screening werden etwa doppelt so viele Tumorvorstufen – „ductale Carcinomata in situ“ (DCIS) – wie zuvor entdeckt. In diesem Stadium sind die Tumorzellen auf die Milchgänge der weiblichen Brust beschränkt und haben die Basalmembran noch nicht durchbrochen, so dass sie noch nicht metastasierend im Körper streuen können.

„Der potentielle Screeningvorteil, einen aggressiven Brustkrebs durch die Diagnose als Vorstufe und durch eine entsprechende Therapie zu verhindern, tritt häufiger unter älteren als unter jüngeren Teilnehmerinnen auf“, sagt Privatdozentin Dr. Stefanie Weigel, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Klinische Radiologie und des Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Ausgewertet wurden die entdeckten Tumorvorstufen DCIS nach Kernmalignitätsgrad (hoch, intermediär und gering) und nach 5-Jahres-Altersgruppen zwischen 50 und 69 Jahren bei 733.905 Frauen, die in den Jahren zwischen 2005 und 2008 erstmals am Mammographie-Screening in Nordrhein-Westfalen teilgenommen hatten. Die höchste DCIS-Erkennungsrate ergab sich für die aggressivsten Vorstufe (hoher Kernmalignitätsgrad) bei Frauen zwischen 65 und 69 Jahren (0,8 pro 1.000 gescreenter Frauen im Vergleich zu 0,5 pro 1.000 gescreenter Frauen der jüngeren Altersgruppen von 50 bis 64 Jahre). Im Gegensatz dazu lag die Detektion des DCIS vom geringen Kernmalignitätsgrad in der ältesten Altersgruppe bei 0,4 pro 1.000 gescreenter Frauen. Die Daten wurden vom Epidemiologischen Krebsregister NRW erhoben.

Der Kernmalignitätsgrad des DCIS gilt als relevanter prognostischer Faktor hinsichtlich Wahrscheinlichkeit und Dauer bis zur Metastasierung. Zudem geht infolge molekulargenetischer Pfade das DCIS vom hohen Kernmalignitätsgrad tendenziell in eine aggressive Brustkrebserkrankung über. Nach derzeitigem Wissen entsteht aus dem DCIS vom hohen Kernmalignitätsgrad im Durchschnitt nach fünf Jahren invasiver Brustkrebs – mit Durchbrechung der Basalmembran -, während sich aus dem DCIS vom geringen Kernmalignitätsgrad durchschnittlich erst nach 15 Jahren ein invasives Karzinom entwickelt.

Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass durch digitales Mammographie-Screening mit zunehmendem Alter immer häufiger biologisch relevante Brustkrebsvorstufen entdeckt werden, bevor sie in einen aggressiven invasiven Brustkrebs übergehen. Die systematische Brustkrebs-Früherkennung bewirkt durch diese Diagnosevorverlagerung einen Therapievorteil, da Chemotherapien von Mammakarzinomen des molekulargenetischen „high-grade Pfades“ vermieden werden können.


Weitere Informationen:

Link zur Studie: http://pubs.rsna.org/doi/abs/10.1148/radiol.2015150322

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Münster, Dr. Thomas Bauer, 15.04.2016


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Unter dem Motto „Ökonomie – Medizin – Qualität“ findet der 68. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 28. September bis 1. Oktober 2016 im Congress Center Leipzig (CCL) statt. Zu der weltweit drittgrößten urologischen Fachtagung unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. Kurt Miller werden rund 7000 internationale Teilnehmer sowie hochrangige Akteure aus dem deutschen Gesundheitswesen erwartet.

„Die Medizin braucht dringend Wege aus dem Dilemma zwischen Ökonomie und Qualität, und deshalb freue ich mich sehr, dass wir sowohl den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken als auch den Leiter des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Dr. Christof Veit, und Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband e.V., zu einer Round-Table-Diskussion im Eröffnungsforum in Leipzig begrüßen können“, sagt DGU-Präsident Prof. Miller, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik Charité, Universitätsmedizin Berlin. Zahlreiche Veranstaltungen im Kontext des Kongressmottos vertiefen die Debatte. Dabei geht es um Versorgungsforschung, Evidenz, Ökonomie und Forschung, um Mindestmengen, Zentren, Risikomanagement und Fehlerkultur.

Mit insgesamt rund 100 Einzelveranstaltungen deckt die 68. DGU-Jahrestagung praxisrelevante Fortbildung sowie aktuellen Wissenschaftsaustausch in Diagnostik und Therapie auf allen Kerngebieten der Urologie ab. Neuigkeiten werden vor allem in der Uro-Onkologie mit Blick auf die Immuntherapie beim Nieren- und Blasenkrebs und die Bildgebung beim Prostatakarzinom erwartet. Die personalisierte Präzisionsmedizin steht im Fokus eines ersten Gemeinschaftsforums der DGU mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Das Forum zur Jungensprechstunde und sexuell übertragbaren Erkrankungen sowie den Schutz vor HPV-Viren reflektiert die aktuelle Diskussion über die Impfung von Jungen.

Erstmals in der Kongressgeschichte erwarten die Teilnehmer in Leipzig die Übertragung einer Live OP aus dem Unversitätsklinikum Leipzig sowie Live-Streams aus den wichtigsten Foren, die an ausgewählten Plätzen im CCL zur Verfügung stehen.

Wichtig für die persönliche Kongressplanung: Bereits der erste Kongresstag, der 28. September, bietet ein hochkarätiges Programm mit diversen Foren unter anderen zum Nierenzellkarzinom, zur Kinderurologie und Infektiologie, zum Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom mit einem PREFERE-Update 2016 sowie zu den operativen Techniken samt Live-OP.

Ebenfalls auf der Agenda stehen in bewährter Form ein Pflegekongress für die urologischen Assistenz- und Pflegeberufe und das gemeinsame berufspolitische Forum von DGU und Berufsverband der Deutschen Urologen. Rund 180 Unternehmen werden auf der begleitenden Industrieausstellung in Leipzig vertreten sein und innovative Medizinprodukte und -technik vorstellen. Auch 2016 würdigt die DGU verdiente Autoritäten aus der Urologie und vergibt eine Reihe wissenschaftlicher Preise. Der mit 2500 Euro dotierte Medienpreis Urologe wird zum dritten Mal verliehen.

Einmal mehr gibt die medizinische Fachgesellschaft auf ihrem Kongress mit der Aktion „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“ Oberstufenschülerinnen und -schülern aus der Umgebung die außergewöhnliche Gelegenheit, die Welt der Medizin kennenzulernen. Außerdem sind interessierte Leipziger eingeladen, sich auf einem kostenfreien Patientenforum am 1. Oktober 2016 im CCL über urologische Erkrankungen zu informieren.

Das gesamte Kongressprogramm ist ab Juni über die Website www.dgu-kongress.de und die Kongress-App „DGU 2016“ abrufbar. Bereits jetzt lädt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing die Medienvertreter herzlich nach Leipzig ein. Die wichtigsten Pressetermine: Eröffnungs-Pressekonferenz, Donnerstag, 29. September 2016, 13.00 – 14.30 Uhr; Pressegespräch, Freitag, 30. September 2016, 13.00 – 14.00 Uhr.


Weitere Informationen:

http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de
http://www.dgu-kongress.de/akkreditierung.html Journalisten der Fach- und Publikumspresse können sich hier akkreditieren
https://idw-online.de/de/news643703 Medienpreis Urologie 2016

Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers,
14.04.2016


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Weltweit steigt die Zahl der Krebserkrankungen, in Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu. Eine frühe und vor allem exakte Diagnose kann für diese Patienten lebensrettend sein. Hier spielt die nuklearmedizinische Bildgebung eine Schlüsselrolle. Grundlage des Arbeitens der Nuklearmediziner ist die Anwendung von radioaktiven Substanzen (Radiopharmaka) im menschlichen Körper. Diese Substanzen werden vorrangig für diagnostische Zwecke, zunehmend aber auch für die zielgenaue Bekämpfung von Tumoren eingesetzt.

Die Nuklearmedizin diagnostiziert Erkrankungen mithilfe radioaktiver Substanzen – so genannter Marker, die sich spezifisch an Tumorzellen binden. Um die betroffenen Zellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten spezielle, radioaktiv markierte Substanzen – so genannte Radiopharmaka – verabreicht. Das sind tumorsuchende Substanzen, an die ein radioaktives Atom (das Radionuklid) gebunden ist. Ein Radiopharmakon bindet im Körper an einen bestimmten Zelltyp und transportiert damit das Radionuklid gezielt zu den krankhaft veränderten Zellen. Es kommt zu einer starken Anreicherung im Tumor, bei nur geringer Aufnahme in gesunden Organen. Mit Hilfe der schwach ionisierenden Strahlung, die damit aus den Tumorzellen kommt, kann dann die Verteilung der Substanzen und somit die Verteilung der Krebszellen mittels der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) bildhaft dargestellt werden.

Die für die Diagnostik verwendeten Radiopharmaka werden auch als Radiotracer bezeichnet. Ihre diagnostische Bedeutung beruht auf dem Umstand, dass ihr Verhalten im menschlichen Körper mit Hilfe der hochentwickelten Kameras exakt erfasst und verfolgt werden kann. Damit sind die Radiotracer einzigartige „Sonden“ im Organismus, die mit der derzeit höchstmöglichen Empfindlichkeit in der Lage sind, krankheitsbedingt veränderte biochemische Prozesse im Patienten darzustellen. Entscheidend bei diesem Verfahren ist, dass dabei die zu untersuchenden Prozesse nicht beeinflusst werden. Zudem wird der Patient nicht stark belastet, da nur sehr geringe Substanzmengen zur Anwendung kommen. Sind dies im Falle von üblichen Pharmaka wie Schmerzmitteln wenige Milligramm bis mehrere Gramm, so werden Radiotracer nur im milliardstel Gramm-Bereich (Nanogramm) verwendet.

Die Entwicklung von Radiotracern erfolgt durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizinern, Biowissenschaftlern und (Radio-)Chemikern. Zu Beginn des Prozesses gilt es zunächst, die biochemische Grundlage eines Krankheitsbildes zu erforschen. Die hierbei gefundenen molekularen Charakteristika der Erkrankung können dann später für die Entwicklung des Radiotracers genutzt werden. In einem weiteren Schritt werden dann Substanzen entwickelt, die möglichst ausschließlich an tumorspezifische Proteine binden.

Nach sich anschließenden biochemischen Untersuchungen dieser Substanzen erfolgt das Ausarbeiten von Prozessen zum Einführen von Radionukliden in diese Moleküle. Damit hat der Wissenschaftler jetzt einen Radiotracer verfügbar, der noch hinsichtlich seiner Eigenschaften getestet werden muss.

Am Ende einer jahrelangen Entwicklung steht die Anwendung am Patienten. Häufig kommt bei den Patienten die Frage nach der Strahlenbelastung auf. Diese existiert natürlich, allerdings ist sie sehr gering – vergleichbar mit Röntgenuntersuchungen oder mit der jährlichen natürlichen Strahlenbelastung, der jeder Mensch beispielsweise über die Atemluft, die Nahrung oder über kosmische und terrestrische Strahlung ausgesetzt ist. Zur Minimierung der Strahlenbelastung des Patienten werden zudem von Anfang an ausschließlich solche Radionuklide für die Markierung ausgewählt, die an die Untersuchungserfordernisse angepasst kurze Halbwertszeiten besitzen.

Während der vergangenen Jahre wird zudem verstärkt der Einsatz von solchen Substanzen für Bildgebungszwecke vorangetrieben, die auf dem Phänomen der Fluoreszenz beruhen, d.h. der Eigenschaft bestimmter Stoffe, nach Anregung mit (meistens) Licht selbst zu leuchten. Die Moleküle werden mit einer sogenannten Fluoreszenz-Markierung versehen und dann in ähnlicher Weise wie Radiotracer genutzt (Fluoreszenztracer).

Eine große Chance bietet dieses Verfahren bei der Markierung von Tumoren – um dem Chirurgen während der Operation noch verbliebene Tumorbereiche sichtbar zu machen – oder aber bei der Visualisierung von oberflächennahen Gelenkentzündungen. Allerdings gibt es bei dem Verfahren Einschränkungen. So können bisher nur sehr große Moleküle (vorrangig Proteine) genutzt werden, da die Fluoreszenzmarkierung die Eigenschaften kleiner Moleküle nachhaltig verändert. Limitierend ist auch die Durchdringungsfähigkeit des Lichtes, so dass bisher nur sehr oberflächig liegendes Gewebe bis in eine Tiefe von etwa 1 cm untersucht werden kann und so der Einsatz des Verfahrens noch begrenzt ist. Die Entwicklung der Fluoreszenztracer ist noch relativ jung – und das Potential noch lange nicht ausgeschöpft.

Insgesamt bildet die Entwicklung von Radiotracern ein Schwerpunktthema auf der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2016. Die Tagung findet vom 20. bis 23. April in Dresden statt. In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2016 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2016 stehen auf der Kongresshomepagehttp://www.nuklearmedizin2016.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de


Weitere Informationen:

http://www.nuklearmedizin2016.de - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2016
http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., DGN e.V., 11.04.2016


Krebszeitung

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Mathematiker und Mediziner der Universität Bonn haben ein neues Modell für eine Immuntherapie bei Krebs entwickelt. Das Verfahren könnte dabei helfen, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln und zu verstehen, warum manche Ansätze bei bestimmten Tumoren nicht anschlagen. Die Studie erscheint jetzt im Fachjournal „Scientific Reports“.

Eines der größten Probleme im Kampf gegen Krebs ist die hohe Widerstandsfähigkeit der Tumore. Häufig zeigen sich bei einer medizinischen Behandlung zunächst erste Erfolge, die dann aber durch einen Rückfall zunichte gemacht werden. Manchmal schlägt die Behandlung bei einigen der Krebszellen überhaupt nicht an. Andere Zellen entwickeln erst im Laufe der Therapie eine Resistenz.

Bestimmte Zellen des Immunsystems, die sogenannten T-Zellen, können bösartige Tumore bekämpfen. Solche Zellen werden gezielt eingesetzt oder aktiviert, um Krebserkrankungen zu behandeln. Die Forschungsgruppen von Prof. Dr. Thomas Tüting und Prof. Dr. Michael Hölzel vom Universitätsklinikum Bonn haben in ihren Experimenten zum Hautkrebs nachgewiesen, dass Tumorzellen ihr äußeres Erscheinungsbild verändern können, wenn im Rahmen der Behandlung eine entzündliche Reaktion auftritt. In der Folge erkennen die T-Zellen diese nicht mehr als schädlich und der Krebs kann sich ungehindert weiter ausbreiten.

Ein neues Modell von Mathematikern und Medizinern der Exzellenzcluster Hausdorff Center for Mathematics und ImmunoSensation der Universität Bonn beschreibt diesen Effekt nun mathematisch und macht ihn so analysierbar. Künftig könnte das Modell unter anderem dazu verwendet werden, verschiedene Therapieansätze am Computer zu simulieren und damit optimale Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Tumore als Population

„Die ersten Ergebnisse zeigen, dass eine Behandlung mit mehreren Arten von Immunzellen tatsächlich ein vielversprechender Ansatz sein könnte“, sagt der leitende Wissenschaftler dieser Arbeit, Prof. Dr. Anton Bovier vom Hausdorff Center for Mathematics. Den Untersuchungen liegt ein stochastisches Modell aus der adaptiven Dynamik zugrunde, das die Mathematiker weiterentwickelt haben, um es zum Beispiel in der Krebsforschung anwenden zu können. „Tumore sind nichts anderes als Populationen von Krebszellen, die auf sehr komplexe Art miteinander interagieren und auf ihre Umwelt in Form des Körpers und seines Immunsystems reagieren“, erklärt Prof. Bovier.

Simulation einer Therapie

In numerischen Simulationen der Bonner Forscher war der langfristige Erfolg einer Therapie auch bei gleichen Ausgangsbedingungen von zufälligen Schwankungen in den Populationsgrößen von Krebs- und Immunzellen abhängig. Ob dieser Effekt auch in der Realität eintritt und nicht nur am Computer, muss erst noch experimentell untersucht werden. Die virtuelle Forschung der Exzellenzcluster hat außerdem gezeigt, dass eine Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dass Krebszellen mutieren. In diesen Fällen beschleunigte eine Therapie in der Simulation die Entwicklung hin zu aggressiveren Krebsvarianten.

„Dieses Projekt kann sowohl Mathematiker auf mögliche Anwendungen ihrer Arbeit in einem medizinischen Kontext aufmerksam machen, als auch Mediziner für den Nutzen mathematischer Methoden sensibilisieren“, fasst Prof. Hölzel von ImmunoSensation die Ergebnisse der interdisziplinären Arbeit zusammen. „Wir werden auf jeden Fall auch weiterhin gemeinsam im Kampf gegen den Krebs forschen.“ Damit das Modell in der Praxis eingesetzt werden kann, müssen jetzt noch weitere experimentelle Daten erhoben werden.

Publikation: Martina Baar, Loren Coquille, Hannah Mayer, Michael Hölzel, Meri Rogava, Thomas Tüting & Anton Bovier (2016): A stochastic model for immunotherapy of cancer. Scientific Reports. DOI: 10.1038/srep24169.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Anton Bovier
Institut für Angewandte Mathematik
Hausdorff Zentrum für Mathematik
Tel. 0228/73-3413
E-Mail: bovier@uni-bonn.de

Dr. Astrid Slizewski (Pressekontakt)
Hausdorff Zentrum für Mathematik
Tel. 0228/73-3138
E-Mail: astrid.slizewski@hcm.uni-bonn.de

Pressemitteilung
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Johannes Seiler,
11.04.2016


Krebszeitung

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Leipziger Wissenschaftler untersuchen Stigmatisierungserfahrungen von Krebspatienten

Leipzig. In Deutschland sehen sich jedes Jahr rund 500.000 Menschen mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Dies ist für die Patienten häufig mit enormen Belastungen verknüpft – nicht nur medizinischer, sondern auch sozialer und psychischer Art. In der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig untersuchen Wissenschaftler jetzt erstmals die Stigmatisierungserfahrungen von Krebspatienten in einer großen empirischen Studie.

Krebserkrankungen werden in der Öffentlichkeit häufig negativer wahrgenommen als andere ernste Erkrankungen. Sie lösen in besonderem Maße Angst und Unsicherheit aus. Die Stigmatisierung der Erkrankung erleben viele Patienten in Form von Zurückweisung oder Ausgrenzung, sei es im Alltag, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis.

Neben der Krebserkrankung selbst stellt die Stigmatisierung eine zusätzliche Belastung für die Erkrankten dar – ihre Formen und Mechanismen sind jedoch weitestgehend unerforscht. „Die Stigmatisierung von Krebspatienten wurde bislang kaum untersucht. Die wenigen relevanten internationalen Erhebungen zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Krebspatienten Stigmatisierung erfahren haben. Mit dem Projekt möchten wir helfen, diese Wissenslücke zu schließen“, so Soziologe PD Dr. Jochen Ernst, Leiter der Studie am Uniklinikum Leipzig.

Die Studie untersucht die Erfahrungen von Patienten vier unterschiedlicher Diagnosegruppen (Brust-, Prostata-, Darm-, Lungenkrebs) und analysiert die sozialen und berufsbezogenen Auswirkungen ihrer Krebserkrankung. Dafür werden 600 Patienten aus Leipzig und Dresden schriftlich befragt.

„Stigmatisierung kann gravierende Folgen nach sich ziehen. Betroffene erleben erhöhten Stress, ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück oder verspüren eine deutlich verminderte Lebensqualität“, weiß PD Dr. Jochen Ernst. Aus Scham oder Angst würden nicht selten auch notwendige medizinische Behandlungsschritte hinausgezögert und damit schlechtere Heilungschancen und ungünstigere Krankheitsverläufe riskiert. „Die Ergebnisse unserer Studie sollen die Mechanismen der Stigmatisierung bei Krebserkrankungen beleuchten sowie Maßnahmen unterstützen, die zu einer Entstigmatisierung von Krebspatienten beitragen“, so Studienmitarbeiter Peter Esser.

Die Studie läuft von April 2016 bis März 2017 und wird von der sächsischen Roland Ernst Stiftung für Gesundheitswesen gefördert. Neben der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie und dem Universitären Krebszentrum Leipzig (UCCL) ist auch das UniversitätsKrebsCentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden daran beteiligt.

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Leipzig AöR, Kathrin Winkler M.A., 06.04.2016


Krebszeitung

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